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Remscheid
Offensive gegen Sitzenbleiben gelingt

Remscheid: Offensive gegen Sitzenbleiben gelingt
Große Freude am Leibniz-Gymnasium: Gestern erhielten diese Schülerinnen und Schüler Zertifikate über ihre Arbeit als Tutoren. Erfolgreich geben sie jüngeren Mitschülern Förderstunden am Nachmittag. Für Lehrerin und Koordinatorin Claudia Krahl (r.) und ihre Stellvertreterin gab's Blumen. FOTO: moll
Remscheid. Mit Hilfe von Schülern als Tutoren bietet das Leibniz-Gymnasium Lernförderung an. Jetzt gab es Zertifikate für alle. Von Solveig Pudelski

Manche Schüler haben es schwer. Sie verstehen Mathe nicht, haben einen Durchhänger oder haben Lücken, weil sie zwei Wochen krank waren. Es drohen schlechte Noten. Viele Eltern können nicht helfen, und der Nachhilfeunterricht ist ihnen zu teuer. "Daher haben wir eine andere Form der Schülerförderung eingeführt - mit großem Erfolg", sagt Claudia Krahl, Lehrerin am Leibniz-Gymnasium und Koordinatorin der Individuellen Förderung.

Sie leitet seit 2008 das Projekt "Schüler helfen Schülern" (SHS), das Teil der landesweiten Offensive "Komm mit! Fördern statt Sitzenbleiben" ist. Gestern zeichnete die Schule 44 junge Tutoren, die jüngeren Mitschülern fachlich auf die Sprünge helfen, mit Zertifikaten aus. Das Prinzip ist einfach: Schüler unterrichten freiwillig gegen ein kleines Entgelt Schüler mit Lernschwächen in Kleingruppen, gehen Aufgaben durch, üben Rechtschreibung, informieren sich bei den Fachlehrern, was auf dem Lehrplan steht, beschaffen Lernmaterial und geben vor Klausuren noch Extrastunden. Fachlehrer unterstützen sie. "Am Nachmittag sind in unserer Schule alle Räume mit den Fördergruppen belegt", berichtet Krahl.

"Seitdem es die SHS-Kurse gibt, sind die Ängste vor den Zeugnissen deutlich weniger geworden", bilanziert die Koordinatorin. "Sitzenbleiber gibt es kaum noch und das nicht nur, weil jeder weiß, dass die ,Ehrenrunde' keine pädagogische Maßnahme ist und auch keine Verbesserung nach sich zieht." Nur regelmäßiges Lernen helfe - gezielt und mit Unterstützung. Ein wachsender Nachhilfemarkt biete zwar vielfältige Hilfen an, aber leiste oftmals nicht, was er verspricht, urteilt Krahl. Zusätzliche Förderung sei aber auch an einem Gymnasium unverzichtbar. Zwar steht die individuelle Lernförderung im Unterricht ganz oben, aber die Schüler lernten unterschiedlich schnell und brächten verschiedene Lernvoraussetzungen mit. Krahl: "Doch auch das größte methodische Geschick und pädagogische Engagement vermag nicht alles zu leisten." Und viele Eltern erwarteten, dass die Schule ihr Kind fördert. 325 Förderungen waren das am Leibniz-Gymnasium im letzten Schulhalbjahr. 84 davon wurden von Lehrern in ILF- Kursen (Individuelle Lern-Förderung) in den Kernfächern Deutsch, Mathe, Englisch Latein und Französisch erteilt, doch Schüler haben Zweidrittel übernommen. "Unsere Schüler sind unsere größte und beste Ressource, wenn es um Unterstützung anderer Schüler geht", meint Krahl. Die SHS-Kurse seien bei jüngeren Schülern beliebter als die von Lehrern erteilten Stunden - und "erprobt praxistauglich".

Quelle: RP
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