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Remscheid
Orchesterfusion in weiter Ferne

Remscheid: Orchesterfusion in weiter Ferne
Peter Kuhn, Chef der Bergischen Symphoniker.
Remscheid. Die Entscheidung über eine Fusion der Bergischen Symphoniker mit dem Wuppertaler Orchester fällt in diesem Sommer nicht mehr. Den Räten wird nur der Stand der Gespräche mitgeteilt. Die Sorgen um den Erhalt bleiben. Von Christian Peiseler

Die letzte Ratssitzung vor den Sommerferien sollte die Entscheidung über eine Fusion der Bergischen Symphoniker mit den Sinfonikern aus Wuppertal bringen. So hieß der Fahrplan, den die Oberbürgermeister im Januar, bei der Vorstellung des Actori-Gutachtens, verabredet hatten. Diese Verabredung ist nun geplatzt. Die Räte in Remscheid, Solingen und Wuppertal erhalten lediglich eine schriftliche Mitteilung über den Stand der Gespräche, die in der Projektgruppe "Orchesterfusion" geführt wurden. Das bestätigte Kulturdezernent Christian Henkelmann, Vorsitzender der Projektgruppe. Die Politiker nehmen die Mitteilung lediglich zur Kenntnis.

Unterschiedliche Interessen

"Die Entscheidung über die Fusion wird auf die lange Bank geschoben", sagt Hans Peter Meinecke, Fraktionsvorsitzender der SPD. Die Gründe für die Verschiebung der Entscheidung sind in der Unübersichtlichkeit der politischen Interessen in den drei bergischen Städten zu sehen. Während die Remscheider Verwaltung und Teile der Politik sich relativ früh als Freunde des Zusammenschlusses positioniert haben, zeigten sich in Solingen und Wuppertal deutlich mehr Widerstände gegen eine Fusion.

Aus unterschiedlichen Interessenlagen. Die Solinger Politik will vor einer Entscheidung über eine Fusion ausloten, ob nicht durch eine Zusammenlegung des Teo Otto Theaters mit dem Kulturbüro aus Solingen Geld eingespart werden könne. Diese Einsparungen sollen den Symphonikern dann wieder zugutekommen. Die Wuppertaler sind blockiert, weil es sehr schwer wird, für eine unpopuläre Entscheidung Mehrheiten in einem Rat zu organisieren, der sich weiter aufsplittet. Neun Ratsmitglieder der CDU haben kürzliche eine eigene Gruppierung gegründet.

Die Entscheidung über die Fusion ist vertagt, die finanziellen Probleme bleiben. Meinecke bezieht klar Position für die Gestaltungsmehrheit im Rat: "Wir werden nicht bereit sein, die Summe für den Zuschuss zu erhöhen." Die Symphoniker bräuchten mehr Geld, wenn die Gehaltstarife der Musiker steigen. Nach Einschätzung von Meinecke werde ohne eine Fusion der "Weg des Kollaps des Orchesters" betreten. Auch Karl Heinz Humpert, Vorsitzender des Kulturausschusses, sieht auf das Orchester eklatante Folgen zukommen. "Durch die Deckelung des Zuschusses wird die Lage deutlich problematischer", sagt Humpert.

Die Mehrheit im Remscheider Rat würde einer Fusion wohl zustimmen, wenn die anfänglichen Mehrkosten durch Tarifanpassungen, die das Actori-Gutachten vorschlägt, vom Tisch sind. Die drei Oberbürgermeister wollen beim Land vorstellig werden und um finanzielle Hilfe bei den Fusionskosten bitten. Nach Angaben von OB Beate Wilding habe das Kultusministerium in Düsseldorf den bergischen Bittstellern noch keinen Termin gegeben.

 

Quelle: RP
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