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Remscheid
Orchesterfusion ist gescheitert

Remscheid: Orchesterfusion ist gescheitert
FOTO: RPO
Remscheid. Die Wuppertaler wollen mit Sponsoren ihr Orchester unterstützen und haben den Vertrag mit Dirigent Toshiyuki Kamioka verlängert. Stadtdirektor Mast-Weisz: "Wir haben keinen Plan B." Von Christian Peiseler, Henning Röser und Andrea Röhrig

Wuppertals Oberbürgermeister Peter Jung (CDU) hat zum Auftakt der Konzertsaison der Wuppertaler Symphoniker die Fusion der beiden bergischen Orchester für gescheitert erklärt. "Es ist niemandem zu vermitteln, dass wir zunächst Mehrkosten haben, um unser Orchester aufzulösen", sagte Jung im Gespräch mit unserer Redaktion.

Der künstlerische Schaden sei größer als der betriebswirtschaftliche Nutzen. Nachdem ihm Kulturministerin Ute Schäfer in der vorigen Woche klar gesagt hätte, es werde vom Land keine Beteiligung an den Fusionskosten geben, habe er keinen Spielraum mehr für Fusionsgespräche mit Remscheid und Solingen gesehen.

"Die Stimmen aus den Nachbarstädten klangen für mich auch nicht nach Fusion", sagte Jung. Solingens Oberbürgermeister Norbert Feith habe ihm signalisiert, es gebe dafür in Solingen keine Mehrheit. Und die Remscheider Orchesterfreunde haben stets eine Fusion abgelehnt. "Wenn man eine Fusion nicht aus vollem Herzen macht, dann funktioniert sie nicht", sagte Jung.

Vertrag verlängert

Um die Wuppertaler Sinfoniker weiter zu finanzieren, hat der Wuppertaler Oberbürgermeister sich der Mithilfe von Sponsoren versichert. Diese hatten zwei Bedingungen gestellt: Erhalt des Orchesters und Verlängerung des Vertrags von Generalmusikdirektor Toshiyuki Kamioka. Per Handschlag vereinbarte Jung daraufhin eine Zusammenarbeit mit dem Japaner bis 2019.

Für Remscheids Stadtdirektor Burkhard Mast-Weisz kommt der Schritt "nicht völlig überraschend". Wuppertal habe sich mit einem klaren Bekenntnis zur Fusion schon länger schwer getan. Einen Alleingang in dieser Form habe er aber nicht erwartet. Dass die Stadt Wuppertal den Vertrag mit Kamioka verlängern will, sei Remscheid und Solingen nicht mitgeteilt worden.

Gespräche im Oktober

Vor dem Hintergrund der anstehenden Gespräche über weitere Sparrunden in Remscheid sieht Mast-Weisz die Bergischen Symphoniker nun in einer "schwierigen Situation". Die Stadt will sich nun mit den Solingern sehr bald zusammensetzen und über die Zukunft reden. "Einen Plan B haben wir nicht in der Schublade."

Auch im Solinger Rathaus zeigte man sich nicht wirklich überrascht von Jungs Schritt. "Es zeichnete sich seit längerem ab, dass es für die Fusion der beiden Orchester keine politischen Mehrheiten geben würde."

(RP/rl)
 
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