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Remscheid
Orientierungslauf zur Berufswahl

Vorstellungsgespräch: Diese Antworten sind tabu
Vorstellungsgespräch: Diese Antworten sind tabu FOTO: tmn, Kai Remmers
Remscheid. Abi geschafft - und dann? Beim Berufsorientierungstag des Leibniz-Gymnasiums gab es viele Antworten. Von Stefanie Bona

Schüler der Jahrgangsstufen neun bis Q2 - also der Stufe zwölf - konnten sich in der Schulmensa, Aula, auf Fluren und in Klassenzimmern ausgiebig informieren. Und damit das Thema nachhaltige Wirkung zeigte, mussten die Oberstufenschüler zwölf Vorträge bzw. Beratungsgespräche auf ihren Laufzetteln nachweisen, die Neuntklässler sechs.

Das Programm, das Lehrerin Veronica Meyer als Ansprechpartnerin für Studien- und Berufsvorbereitung zusammengestellt hatte, war durchaus vergleichbar mit einer kleinen Messe. "Es ist für jeden etwas dabei", befand Sarah aus der Stufe Q1. Sie selbst hatte sich im Vorfeld überlegt, wo ihre Interessen liegen, um gezielt nach Gesprächspartnern zu suchen. "Ich möchte Physiotherapie studieren. Da sind die Möglichkeiten in Deutschland begrenzt." Die Niederlande böten da schon mehr. Dies sahen ihre Mitschüler ähnlich, am Stand der Hochschulen aus dem Nachbarland bildeten sich kleine Schlangen.

Veronica Meyer räumte ein, dass viele Schüler hinsichtlich der späteren Berufswahl noch orientierungslos seien, was sicher auch mit der verkürzten Schulzeit zu tun habe. So berichtete auch Sarah, die mit 17 das Abitur in den Händen halten wird, dass sie nach Ende der Schulzeit erstmal ins Ausland gehen wolle -"und das haben viele vor, oder sie machen ein Freiwilliges Soziales Jahr."

Auch die betriebliche Ausbildung wurde thematisiert. Am Stand der Volksbank Remscheid-Solingen, die als Partner des Leibniz-Gymnasiums den Orientierungstag förderte, standen auch aktuelle Auszubildende bereit, um Fragen der Gymnasiasten auf Augenhöhe zu beantworten. Weiterhin erzählten Eltern mit interessanten Berufen aus der Praxis und ehemalige Leibniz-Schüler berichteten über ihre eigenen Erfahrungen in Beruf und Studium.

Sehr gefragt war die Beratung am Stand von "Arbeiterkind.de". Was sich etwas despektierlich anhörte, hatte eine Menge an wichtiger Information zu bieten. Explizit richteten sich die Gesprächspartner der gemeinnützigen Gesellschaft an diejenigen Schüler, die voraussichtlich die ersten in ihrer Familie sein werden, die ein Studium aufnehmen oder sich dafür interessieren. "Wir möchten ihnen Mut machen, die Vorteile dieses Weges zu sehen. Denn letztlich schafft man etwas, obwohl man vielleicht nicht die besten Voraussetzungen dafür hat", spielte Cara Coenen von der Gruppe Wuppertal der Gesellschaft auf Unsicherheiten und Ängste an, die es in Familien ohne akademische Erfahrung möglicherweise gibt. Wer in diesen Fällen erfolgreich ein Studium absolviert habe, könne auch beim späteren Arbeitgeber punkten. Unterstützungsangebote - auch des Staates - gebe es reichlich, ist die Beraterin überzeugt. Man müsse sie nur kennen und selbstbewusst wahrnehmen, dass es sich dabei nicht um Almosen, sondern um ein Recht auf Ausbildungsförderung handle.

Quelle: RP
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