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Remscheid
Pflastersteine weisen Pilgern den Weg

Remscheid. Auf Initiative von Lennep Offensiv wird der Jakobsweg durch Lennep markiert. Von Solveig Pudelski

Der Jakobsweg nach Santiago de Compostela ist weit und führt auch durch solch verwinkelte Gässchen wie in der Röntgenstadt. Künftig weisen kleine Granitsteine mit einem Muschelrelief auf der Oberfläche Pilgern noch besser den Weg durch Lennep. 32 Steine mit Pilgersymbol werden in der Altstadt und entlang der Kölner Straße bis zum Handelsweg ins Pflaster oder in den Asphalt eingefügt.

Die Initiative ging vom Pilgerarbeitskreis des Vereins Lennep Offensiv aus. Die Idee fand Unterstützung durch den Bergischen Geschichtsverein (BGV) und durch Sponsoren aus der Lenneper Geschäftswelt sowie Oberbürgermeister Burkhard Mast-Weisz: Er fügte gestern eigenhändig den ersten Pilgerweg-Pflasterstein vor dem Lennep-Laden ein. Bis zum Pilgerfest am 31. Juli sollen alle Steine verlegt sein.

Die Markierung ist ein weiteres i-Tüpfelchen in der Jakobspilger-Stadt Lennep. Seit 1999 führt der Pilgerweg offiziell durch die Gassen, berichtete Alfons Ackermann vom BGV. Im Lennep-Laden an der Berliner Straße wurde eine Stempelstelle für die Pilger eingerichtet. Auch die Pilger-Ausweise werden dort ausgestellt. "Inzwischen haben wir seit 2010 rund 900 Pässe ausgegeben", sagte Willi Oberlis gestern. Er betreut im Verein Lennep Offensiv den Bereich Jakobs-Pilger, organisiert Pilgerreisen und das Pilgerfest mit. Demnächst soll die Herberge eröffnet werden, eine schlichte Bleibe für Wanderer, die bewusst die Einfachheit des Pilgerns wählen.

"Das ist ein teures Geschenk, das ich aus eigener Tasche bezahlt habe", sagt Mast-Weisz, während der den ersten Stein festklopfte. Im Stadtsäckel sei dafür kein Geld vorhanden, aber er halte es für wichtig, dass viele Menschen nach Lennep kommen. Lennep als Pilgeretappe sei ein touristisches Pfund.

Die schön und schlicht gestalteten Pflastersteine stammen aus den Steinmetz-Werkstätten Hundhausen und Schurg. Während Hundhausen die 16 Exemplare für die Altstadt meißelte - mit dem typischen Muschelemblem und der Inschrift Pilgerweg, fertigte Schurg die anderen Steine, die sich optisch in eine Asphaltierung einfügen sollen. Dass so viele Lenneper Geschäftsleute das Projekt bereitwillig finanziell unterstützen, hat Thomas Schmittkamp, Vorsitzender von Lennep Offensiv, überrascht. Verlegt werden die Pilgersteine von den Technischen Betrieben Remscheid auf der Linie Thüringsberg, Küchengasse, Gänsemarkt, Pilgergasse, Berliner -, Wetterauer und Kölner Straße.

Quelle: RP
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