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Remscheid
Pilze aus dem Bergischen - was in die Pfanne darf

Acht Ernährungsmythen rund um Pilze
Acht Ernährungsmythen rund um Pilze FOTO: Pilze gesund oder ungesund?
Remscheid. Das Sammeln von Speisepilzen in der Natur bringt Freude, birgt aber auch Gefahren. Ein Experte klärt auf. Von Anna Mazzalupi

Sie wachsen in Wald und landen bei Liebhabern in der Pfanne: Pilze. Zwar hat die Hochsaison für sie noch nicht ganz angefangen, die ersten Jäger von Röhrling und Co. sind allerdings jetzt schon in Remscheids Wäldern unterwegs, um begehrte Speiseexemplare zu ergattern.

"Die Auswahl im Bergischen ist sehr mannigfaltig", sagt Mykologe Wilfried Collong aus Wermelskirchen. Der Pilzexperte ist Mitglied des Naturwissenschaftlichen Vereins Wuppertal und berät regelmäßig Sammler bei Exkursionen oder der pilzkundlichen Beratung auf der Hardt in Wuppertal. Mehr als 900 Arten sind im Bergischen bereits erfasst worden.

Aber: "Es ist nicht die klassische Pilzgegend, wo die Masse an Pilzen zu finden ist", erklärt Collong. Gerade Gebiete mit Bachtälern oder Fichten sind interessant zum Sammeln. Die Vielfalt an Naturschutzgebieten in Remscheid (etwa zehn Prozent) erschwert das Sammeln, da dort nicht abseits des Weges gelaufen werden darf. "Grundsätzlich darf aus dem Naturschutzgebiet nichts entnommen werden", mahnt der Experte.

Essbare Pilzarten im Bergischen

Trotzdem können aufmerksame Pilzliebhaber auch in Remscheid eine abwechslungsreiche Pilzpfanne zusammenbekommen, zum Beispiel bei der Suche im Marscheider Wald. Besonders ergiebig sei das Sammeln der klassischen Speisepilze wie Steinpilz oder Pfifferlinge. Auch milde Täublinge oder Champions sind dort zu finden. Stark in der Region verbreitet ist der Hallimasch, von dem man die Hüte für die Küche verwenden kann.

Verwechslungsgefahren

Neben den essbaren Pilze gibt es allerdings auch ungenießbare bis giftige Pilze, die den ungefährlichen sehr ähneln können. Der Steinpilz kann im jungen Stadium zum Beispiel schnell mit dem Gallenröhrling verwechselt werden. Ein gutes Unterscheidungsmerkmal ist hier der Stiel. Der Gallenröhrling ist komplett mit einem dunklen, reliefartigen Netz überspannt. Der Doppelgänger sei zwar nicht giftig, aber ungenießbar, erklärt der Experte.

Den Pfifferling könnte man schnell mit dem falschen Pfifferling verwechseln, Champion und Täubling oft mit dem Knollenblätterpilz. Deshalb sollte man hier auf die Lamellen und Art des Stieles besonders achten.

Generell sollte ein aktuelles Pilzkundebuch Begleiter bei der Sammeltour sein. Pilze könnten durch Umwelteinflüsse innerhalb einer Art sehr unterschiedlich aussehen, erklärt Collong. Deshalb sollten gerade Neulinge auf keinen Fall auf eine Beratung und Schulung durch Profis verzichten.

Wie sammelt man?

"Wichtig ist, dass die Leute nicht einfach wie mit dem Rasenmäher durch den Wald ziehen und sämtliche Pilze mitnehmen", betont Diplom-Biologe Jörg Liesendahl, Leiter der Natur-Schule Grund. Lieber gezielt nur nach einer bestimmten Sorte Ausschau halten. Das Exemplar der Begierde wird mit Hilfe eines scharfen Messers entfernt und in einen Korb gelegt, der mit Zeitungspapier ausgelegt ist.

Wann kann man einen Pilz ernten?

Zur Probe vor Ort immer ein Exemplar aufschneiden. Ist er zu weich, verschimmelt oder von Maden befallen, auf keinen Fall mitnehmen. Auch bei Bissspuren, Löchern oder Schnecken auf den Pilz verzichten. "Im Zweifel sowieso immer lieber stehen lassen", rät Liesendahl.

Quelle: RP
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