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Remscheid
Plädoyer für einen fairen Handel

Remscheid: Plädoyer für einen fairen Handel
BM-Redakteur Henning Röser moderierte die Gesprächsrunde mit Ilka Brehmer, Bundestagskandidatin für den Wahlkreis, im F(l)air-Weltladen. FOTO: Jürgen Moll
Remscheid. Grünen-Bundestagskandidatin Ilka Brehmer stellte sich der Diskussionsrunde in der Reihe "Samstags um 11" im F(l)air-Laden den Fragen der Gäste. Von Anna Mazzalupi

Ilka Brehmers Einstellung zu fairen Themen ist klar: eine Veränderung der Vergaberichtlinien, Stopp der EU-Agrar-Subventionen sowie eine bessere Integration von Flüchtlingen. Die Grünen-Politikerin bezog als vierte Bundestagskandidatin für den Wahlkreis in der Gesprächsreihe "Samstags um 11" Stellung zu den drei Visionen des Fairen Handels. BM-Redakteur Henning Röser moderierte die Veranstaltung von der Ökumenischen Initiative Lüttringhausen im Flair-Weltladen, bei der Gäste Fragen zur Umsetzung stellten.

Die Einstellung, "global denken, lokal handeln", sei schon früh bei ihr verankert gewesen, da ihre Mutter in den 80er Jahren einen "Eine Welt-Laden" in Herne eröffnete. Deshalb begrüße es die 46-Jährige sehr, dass der Dachverband der Weltläden zur Bundestagswahl die Visionen von weltweit fairen Arbeitsbedingungen sowie Landwirtschaft und menschenwürdigen Umgang formuliert.

Um faire Arbeitsbedingungen realisieren zu können, sieht Brehmer es als realistisch an, in Deutschland die Vergaberichtlinien zu verändern. Man brauche Standards, die festlegen, unter welchen Bedingung wer was wie produziert. Das beinhalte auch Bürokratie, da freiwillige Standards nicht zur Verbindlichkeit führen. Um Unternehmer gezielt global haftbar zu machen, müsste der Weg über die EU genommen werden, die Brehmer mit ihrer Gemeinschaft und den gleichen sozialen Interessen als durchsetzungsfähiger einstuft.

Die bestehenden Freihandelsabkommen mit den afrikanischen Staaten lehne sie ab. Menschen- und Sozialrechte müssen darin verankert sein. "Es ist nicht nachvollziehbar, warum Eier um die halbe Welt gefahren werden müssen", merkte sie kritisch an. Das fördere Massentierhaltung, die nicht nur der Wirtschaft in den Exportländern schade, sondern auch der Umwelt hierzulande. Eine Veränderung geschehe nicht von heute auf morgen. Aber durch eine Umverteilung der EU-Agrar-Subventionen weg von der industriellen hin zu ökologischer Landwirtschaft sei ein guter Anfang. Außerdem spricht sie sich für mehr Aufklärung aus, um ein kritisches Überdenken des eigenen Konsumverhaltens zu fördern.

"Die Behörden haben ganz schön versagt", betonte Brehmer mit Blick auf die Bearbeitung von Asylverfahren sowie Integration der Flüchtlinge. Mehr Personal, schnellere Verfahren und Einzelfallentscheidungen sowie mehr finanzielle Unterstützung der Kommunen für Beratungs- und Koordinationsstellen seien nötig.

Außerdem fordert sie ein neues Einwanderungsgesetzt, um es den Menschen, die sich in Deutschland integrieren und arbeiten wollen, leichter zu machen und die Verfahren zu beschleunigen.

Quelle: RP
 
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