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Remscheid
Pläne für neues BZI werden konkret

Remscheid: Pläne für neues BZI werden konkret
Prof. Michael Hüther hielt den Gastvortrag. FOTO: Michael Schütz
Remscheid. Arbeitgeberverband will Ausbildungszentrum ausbauen / Brexit war Gesprächsthema bei Jahresversammlung Von Bernd Bussang

Die Pläne, das Remscheider Berufsbildungszentrum (BZI) zu erneuern und zu erweitern, konkretisieren sich. Das machte der Vorsitzende des Arbeitgeberverbandes Remscheid, Dr. Marcus Jankowski, bei der Jahreshauptversammlung am Donnerstag auf Schloss Burg deutlich. "Es sieht so aus, als ob das nicht nur eine bloße Hoffnung ist", sagte Jankowski vor den im Saal der Schlossgaststätte versammelten Mitgliedern.

Rund 15 bis 18 Millionen Euro seien für die Sanierung und Erweiterung der Räume an der Wüstenhagener Straße vorgesehen. Dieser Schritt sei nötig, weil sich das alte Gebäude in schlechtem Zustand befinde, so Jankowski. "Es tropft durchs Dach." Zudem seien die Räume nahezu vollständig ausgelastet. Die geplante Erweiterung sei hilfreich, um mit gesteigerten Ausbildungskapazitäten dem weiterhin bestehenden Fachkräftemangel entgegenzutreten. Auch Flüchtlinge könnten dann vermehrt an modernen Maschinen ausgebildet werden. Der Arbeitgeberverband ist zu 50 Prozent am BZI beteiligt.

Gesprächsthema Nummer eins war an dem Abend der Brexit und die Folgen für die bergische Industrie. "Die Engländer tun einem leid", sagte IHK-Präsident Thomas Meyer im Gespräch mit der Morgenpost. Die Folgen für die bergische Industrie, die zu 50 Prozent vom Export lebe, sei aber derzeit noch nicht absehbar und werde frühestens in zwei Jahren spürbar. "Der Handel mit Großbritannien wird durch Zölle und Bürokratie sicher nicht einfacher", sagt Meyer.

Der Referent des Abends, Professor Michael Hüther, hatte seinen Vortrag zum Thema "Globalisierung in der Krise - Herausforderungen für die deutsche Wirtschaft" der aktuellen Entwicklung angepasst. Der Direktor des arbeitgebernahen Instituts der Deutschen Wirtschaft in Köln nahm die Folgen des Brexits in den Blick und sprach von einem "Eliteversagen" nicht nur in Großbritannien, wo mit falschen Zahlen agitiert wurde, sondern auch auf deutschen "Lehrkanzeln" der eignen Zunft. So hätten Wirtschaftswissenschaftler Grenzen überschritten, wenn die die EU als "EUDSSR" verunglimpft hätten. "Da weht ein Hauch von Weimar", sagte Hüther - und: "Europa wird ohne Europäer nicht überleben."

"Wir werden alle verlieren, die Briten werden extrem verlieren", ist Hüther überzeugt und erwartet einen wirtschaftlichen Rückfall des Inselstaates auf den Stand von 1973. Die deutsche Exportwirtschaft müsse sich weit weniger Sorgen machen. "Was wir exportieren, stellen die Briten selbst nicht mehr her - die Frage ist, ob sie weiter das Geld haben." Entscheidender als etwa Zollaufschläge von rund vier Prozent sei die Frage der "Kaufkraft eines verarmenden Landes".

Die globalen Aussichten der deutschen Wirtschaft bewertet Hüther trotz aller Risiken insgesamt positiv. "Keine Volkswirtschaft hat so viele Weltmarktführer." Den öffentlichen Widerstand gegen die Handelsabkommen mit Kanada und den USA, TTIP und Ceta, hält der Wirtschaftsexperte für "wenig verständlich". TTIP müsse unbedingt noch bis zum Abtritt Obamas im Herbst abgeschlossen sein, "sonst schließt sich ein historisches Fenster."

Quelle: RP
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