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Remscheid
Plan: VHS raus aus dem Ämterhaus

Remscheid: Plan: VHS raus aus dem Ämterhaus
Im Ämterhaus am Ebertplatz finden viele Kurse der Volkshochschule statt. FOTO: TS (Archiv)
Remscheid. In der Verwaltung wird überlegt, wie der Bedarf an Räumen für städtische Mitarbeiter befriedigt werden kann. Dabei könnte die VHS ihre Räume verlieren. Dagegen wehrt sich Nicole Grüdl-Jakobs, Leiterin des Kommunalen Bildungszentrums. Von Christian Peiseler

Der kleine Raum im Erdgeschoss des Ämterhauses besitzt alles, was eine Volkshochschule (VHS) für einen Yoga-Raum vorhalten muss. Einen Kabinentrakt zum Umziehen, einen elastischen Boden mit Bodenheizung und bodentiefe Fenster mit Blick auf die Ludwigstraße. Yoga-Unterricht findet dort aber seit einigen Monaten nicht mehr statt. Statt mit Übungen wie "Hundehaltung" und "Sonnengruß" Körper und Geist in Einklang zu bringen, beschäftigen sich dort Mitarbeiter des Ausländeramtes mit Anträgen aller Art. Lange Zeit hat sich die Verwaltung der VHS um einen Ersatzraum bemüht. Vergeblich.

"Durch den Wegfall des Raums haben wir hundert Teilnehmer verloren", sagte Nicole Grüdl-Jakobs. Bei der Leiterin des Kommunalen Bildungszentrums schrillten die Alarmglocken, als sie von Plänen der Verwaltungsspitze erfuhr, die VHS aus den angestammten Räumen im Ämterhaus zu verlegen. Bei den Teilnehmern der VHS-Kurse habe sich bereits einige Unruhe verbreitet. Davon berichtete sie in der Sitzung des Kulturausschusses. "Eine kurzfristige Verlagerung der VHS in andere Räume ist für mich nicht praktikabel", sagte Grüdl-Jakobs. Die Semester seien bereits bis Ende 2018 verplant. Eine entsprechende Kommunikation der Raumänderung sei organisatorisch nicht machbar. Außerdem sei das Ämterhaus ein idealer Standort für eine Volkshochschule.

Er erfülle mehrere Bedingungen gleichzeitig. Grüdl-Jakobs nannte die zentrale Lage in der Innenstadt, die Barrierefreiheit und ein Raumangebot, mit dem auch die vom Land geforderten Qualitätskriterien erfüllt werden können. "Wir sind einem Qualitätsmanagement verpflichtet, das eine stetige Verbesserung vorsieht", sagte Grüdl-Jakobs. Die Verlagerung auf irgendwelche anderen Räume würden der Volkshochschule sogar schaden. Grüdl-Jakobs führte aus, warum die VHS einen großen Saal von 150 Quadratmetern wie den im zweiten Obergeschoss des Ämterhauses benötige. Er sei Voraussetzung zum Beispiel für die Genehmigung von Prüfungen der Teilnehmer der Integrationskurse. Wenn diese Voraussetzungen wegfallen würden, laufe die Stadt Gefahr, die Mittel vom Bund (400.000 Euro) und vom Land (200.000 Euro) zu verlieren. "Der Wechsel des Standortes der VHS darf keine Verschlechterung sein, er müsse einen Mehrwert ergeben", sagte Grüdl-Jakobs.

Kämmerer Sven Wiertz, dem als zuständiger Dezernent auch das Gebäudemanagement untersteht, versicherte gestern im Gespräch mit der BM, ein unmittelbarer Umzug der VHS stehe nicht bevor. "Niemand muss befürchten, dass kurzfristig die Kisten gepackt werden müssen", sagte Wiertz. Er bestätigte Überlegungen und "Denkmodelle" der Stadtverwaltung, wie der zusätzliche Raumbedarf für städtische Mitarbeiter künftig befriedigt werden kann. In diesem komplexen System spiele auch das Ämterhaus mit der VHS eine Rolle.

Schon seit einiger Zeit macht sich die Verwaltungsspitze Gedanken, wie die städtischen Institutionen mit ihren Mitarbeitern in der Stadt so verteilt werden, dass sie effektiv und kostengünstig ihre Aufgaben erledigen können. Die Stadt hat beschlossen, sich als Mieter von verschiedenen Standorten zu trennen. Dazu zählt auch das Gesundheitshaus in Hasten, die Martin-Lutherstraße 28 sowie die Alleestraße 66. Auf der Rückseite des Rathauses soll ein Neubau für die Verwaltung entstehen, um den Raumbedarf zu decken. Laut Kämmerer Sven Wiertz arbeitet die Verwaltung an einem Konzept, das sie dem Rat vorlegen will. Der Kulturausschuss-Vorsitzende Karl-Heinz Humpert (CDU) betonte, wie wichtig es für das Kommunale Bildungszentrum sei, dass Musik- und Kunstschule, Volkshochschule und auch die Zentralbibliothek in unmittelbarer Nähe stationiert sind. "Die Bündelung der Einrichtungen ist für uns ein sehr hohes Gut",betonte Humpert. Fritz Beinersdorf (Die Linke) bemerkte, so einen Standort könne man nicht ohne weiteres aufgeben. Der Kulturausschuss sicherte Grüdl-Jakobs seine Unterstützung zu. Die SPD forderte für den nächsten Ausschuss eine schriftliche Vorlage über die Situation an.

Quelle: RP
 
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