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Remscheid
Politik ebnet Weg für Kaufhaus-Umbau

So sieht es im verlassenen Hertie-Kaufhaus aus
So sieht es im verlassenen Hertie-Kaufhaus aus FOTO: Moll, J�rgen
Remscheid. Bezirksvertretung Lennep empfiehlt der Stadt Verkauf von Flächen an den Investor. Kritik von Rohrweck und Kreutzer. Von Solveig Pudelski

Die Zeichen stehen offenbar auf Umbau: Vergangene Woche schauten sich Lenneper Bezirksvertreter das ehemalige Hertie-Gebäude von innen an, am Mittwochabend empfahlen sie in ihrer Sitzung - bei drei Gegenstimmen - den Verkauf des Streifens Bürgersteig an der Kölner Straße und einer Fläche am Hardtpark-Rand. Diese benötigt der Investor, um seine Baupläne verwirklichen zu können. Entscheiden über den Verkauf muss aber der Stadtrat. Aus Lennep kündigt Klaus Kreutzer Widerstand gegen die Verkaufsabsichten an. Es gebe dazu im weiteren Verfahren vielfältige Möglichkeiten, die er prüfen werde, sagte er gegenüber der BM.

Wie berichtet, soll der Anbau einem flacheren, größeren Neubau weichen. 147 Quadratmeter des öffentlichen Bürgersteigs vor dem Anbau will der Investor, die Ten Brinke Projektentwicklung GmbH, erwerben, um dort Rollsteige zum Parkdeck errichten zu können. Außerdem beabsichtigt er, den Bereich bis zur Hausnummer Kölner Straße 46 zu bebauen, wie Stadtplaner Robin Denstorff in der Sitzung anhand von Luftbildern und Plänen erläuterte. Das Gebäude, in dem heute ein türkischer Imbiss ist, hat Ten Brinke bereits gekauft. 225 Quadratmeter vom Hardtpark, die Denstorff als "Urwald" bezeichnete, möchte der Investor ebenfalls erwerben. Zugesichert habe dieser, einen neuen Fußweg zwischen Kölner Straße und Park anzulegen. Die 40 000 Euro aus dem Verkaufserlös werde in die Aufwertung des Hardtparks fließen, versicherte Denstorff. In das Bauprojekt investiert Ten Brinke rund neun Millionen Euro.

Nur Ex-Bezirksbürgermeister Heinz-Dieter Rohrweck (CDU) kritisierte das angepeilte Projekt, das nach Informationen der BM die Ansiedlung von Edeka, Aldi und einem Drogeriemarkt umfasst. "Das ist nicht die Nutzung, die Lennep braucht", sagte das Bezirksmitglied, sondern eins zu eins das Abbild des Kaufparkgeländes. Er habe sich eine andere Nutzung gewünscht. Und das Beispiel Wolfenbüttel zeige, was man alles aus einem ehemaligen Hertie-Standort machen könne.

Die Animation zeigt das Baudenkmal (l.) und den neuen Anbau, der etwas auf den Bürgersteig vorgezogen werden soll. FOTO: Ten Brinke Projektentwicklung

Mit einer mehrere Punkte umfassenden Eingabe wendet sich Klaus Kreutzer an die Politik - noch vor der Ratssitzung. Der Anlieger der Kölner Straße und Einzelhändler ist gegen die Einziehung der Bürgersteigfläche. Zum einen habe der Bürgersteig eine Verkehrsbedeutung, argumentiert Kreutzer - und erinnert an die Planungen zum Boulevard Kölner Straße, zu denen auch eine Erweiterung des Platzes "Karstadtkreuzung" als verbindendes Element zwischen Kölner Straße und historischem Stadtkern gehöre. Zum anderen lägen beim Verkauf "überwiegende Gründe des öffentlichen Wohles" nicht vor, die Stadt komme nur einem Investor entgegen, so Kreutzer. Andere Anlieger könnten ebenso Erweiterungsflächen einfordern. Im Übrigen gebe es einen Bebauungsplan und einen Fluchtlinienplan, der die Grenzen aufzeige. "Ich habe gehofft, dass die Lenneper Politiker über die Einwendungen diskutieren", sagte Kreutzer gestern. Die Stadt habe nicht aus alten Fehlern gelernt: Durch Verkauf von Grundstücken an der Trecknase und Ring-Rader-Kreuzung habe sie Chancen verpasst, sich jenen Platz für Erweiterungen der Kreuzungen oder Umbauten zum Kreisverkehr zu sichern, den sie jetzt benötigte.

Quelle: RP
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