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Remscheid
Politik will keine Bergtour für Radler auf der Balkantrasse

Remscheid. Attraktiv bleibt die Balkantrasse nur, wenn die Routenführung über ebene Strecken verläuft. Müssten sich Freizeitradler aber über Berg und Tal abstrampeln, würden sie abgeschreckt – und das schöne Aushängeschild für den Tourismus in der Region würde Risse bekommen. Von Solveig Pudelski

Das war der Tenor auf der Sitzung der Bezirksvertretung (BV) Lennep zum Vorschlag der Stadtverwaltung, die Strecke über Endringhausen weiterzuführen, statt durch das neue Gewerbegebiet Lennep an der Karlstraße. Die Bezirkspolitiker empfahlen daher dem Hauptausschuss, den Beschluss zurückzustellen. So könnten noch alle Optionen offen gehalten werden.

Wie berichtet, soll die beliebte Freizeitroute für Radler und Wanderer nach Lüttringhausen zunächst bis zur Blume verlängert werden. Bisher endet sie am Lenneper Bahnhof. Für die Ideallösung aus Sicht der Radfahrer sieht die Stadt aber keine Finanzierungsmöglichkeiten.

Die Stadt müsste Bahn- und Kleingartenflächen erwerben und auf Einnahmen in Höhe von 80 000 Euro aus dem Verkauf von Flächen im Gewerbegebiet verzichten, wenn sie eine Trasse neben der Bahnstrecke bis zur Blume führt. Stadtplanerin Sigrid Burkhart stellte klar: "Diese Ausgabe ist im Haushalt nicht eingeplant." Rund 5000 Euro koste hingegen die Alternativlösung: Neuen Schildern folgend, würde man über Schlachthofstraße, Westring und Endringhausen zur Blume radeln – der Haken: Es geht über Steilstücke, vor der Familien kapitulieren würden, meinte Roland Kirchner von der Wählergemeinschaft in Remscheid. Und Bibiana Martz (Grüne) urteilte: "Die Alternative über Endringhausen ist unmöglich." Sie würde alle Bemühungen der BEA, mit Radtrassen Touristen anzulocken zunichtemachen. Schließlich sei doch die Idee, das Radnetz weiter nach Lüttringhausen bis nach Wuppertal zu spannen. "Die Balkantrasse zeigt schon positive wirtschaftliche Effekte für die Region", erinnerte sie an die Belebung der Gastronomie und die Ansiedlung eines Radsportgeschäftes.

"Kommen Sie mit einem Kaufvertrag einer Firma mit 50 Arbeitsplätzen im Gewerbegebiet Lennep, dann verzichten wir", wandte sich Kirchner an die Stadtplanerin. Er wollte damit deutlich machen, dass er den Antrag auf ein Vertagen zwar unterstützt, aber nur unter der Voraussetzung, dass die Stadt keinen Kaufinteressen für Grundstücke im Gewerbegebiet vergrätzt.

Quelle: RP
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