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Remscheid
Polizei klärt auf - Taschendieben das Leben schwer machen

Remscheid. Experten der Polizei, Seniorensicherheitsberater und Mitarbeiter des Ordungsamts gaben auf dem Theodor-Heuss-Platz Tipps. Von Bernd Geisler

Es ist Wochenmarkt auf dem Theodor-Heuss-Platz: Ein "Taschendieb" ist unterwegs. Er schaut nach willkommenen Gelegenheiten, Besuchern heimlich in die Tasche(n) zu greifen. Leichte Beute sind offene, mit einer Hand getragene Einkaufstaschen, ein Rucksack auf dem Rücken, unbeaufsichtigtes, abgestelltes Gepäck sowie das Portemonnaie in der Gesäßtasche. Kommt noch dichtes Gedränge hinzu, hat der Dieb einfaches Spiel. Doch gestern hatte der "Dieb" Pech. "Das ist ein Erfolg", sagte Kriminalhauptkommissar Thomas Kolodziej. Er trug Zivil und war der "Taschendieb".

Der Polizist wollte Passanten unentdeckt ein Informationskärtchen der Polizei in die Tasche stecken und so einen Taschendiebstahl simulieren. Alle ausgespähten "Opfer" trugen entweder Hand- oder Umhängetaschen verschlossen vor dem Körper oder eingeklemmt unter dem Arm. Sichtbare Beute gab es keine. Zudem hielt sich das Gedränge in Grenzen. Doch der Bürger kann noch mehr tun, um sich zu schützen.

An dem Vormittag klärten sechs Polizeibeamte, vier Mitarbeiter des Ordnungsamtes und drei ehrenamtliche Seniorensicherheitsberater unter dem Motto "Augen auf und Tasche zu" Passanten auf. Persönliche Papiere und Geld nicht gemeinsam und immer nah am Körper mit sich führen, niemals in der offenen Hand, in der Handtasche oder im Einkaufskorb (Rollatorkorb) aufbewahren, nicht mehr Geld als nötig mitnehmen sowie Schlüssel immer von Ausweispapieren trennen - sonst weiß der Dieb, welche Wohnung er in Ruhe durchsuchen kann.

Offensichtlich haben solche Aufklärungsaktionen in den letzten Jahren Früchte getragen, denn in Remscheid sank die Zahl der gemeldeten Taschendiebstähle von 347 im Jahr 2011 auf 204 im vergangenen Jahr. Das ist kein Grund, sich auszuruhen. Bei rund einem Viertel der Diebstähle in Remscheid machten die Täter Beute in Verbrauchermärkten und Discountern. Auch Straßen und Plätze innerhalb geschlossener Ortschaften lohnten sich für Taschendiebe. Sie arbeiten oft in Gruppen. "Einer lenkt ab, der andere greift unbemerkt in die offene Tasche des Opfers, entnimmt die Geldbörse und übergibt sie an einen Dritten", sagte Polizeihauptkommissar Christian Wirtz von der Pressestelle der Polizei Wuppertal. Und der Dritte mache sich aus dem Staube.

Besondere Vorsicht gelte immer im Menschengewühl, besonders beim Ein- und Aussteigen in Bussen und Zügen, in Warteschlangen oder auf der Kirmes sowie Konzerten. Wichtig auch: Niemals Taschen in einer Umkleidekabine unbeaufsichtigt zurücklassen, auch nicht für eine kurze Zeit. Und für den Fall, dass es tatsächlich passiert ist, verteilte die Polizei einen Hinweis mit Service-Nummern zur Sperrung von Bank- und Handy-Karten.

Quelle: RP
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