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Remscheid
Polizei warnt und geht von Haus zu Haus

Das bedeuten die Gaunerzinken
Das bedeuten die Gaunerzinken FOTO: RPO
Remscheid. Bei einer Aufklärungsaktion gegen Einbrecher waren die Beamten gestern zu Fuß am Hackenberg unterwegs. Von Wolfgang Weitzdörfer

Mit der Zeitumstellung am kommenden Wochenende beginnt auch wieder die Hauptsaison für Einbrecher. Denn wenn es draußen früh dunkel wird, werden die Kriminellen aktiv. Das weiß auch die Polizei, mit der landesweiten Aktionswoche "Riegel vor!" will sie Bürger für die Sicherheit ihres Heims sensibilisieren. Gestern waren die Beamten zu "Hausbesuchen" unterwegs am Hackenberg.

"In diesem Jahr wollten wir hier Präsenz zeigen. Es ist zwar schade, dass es noch nicht dämmerig ist, aber vielleicht können wir dennoch den einen oder anderen Anwohner erreichen", sagt Axel Wiehager, Leiter der Dienststelle Kriminalprävention und Opferschutz der Polizei in Wuppertal.

Zwar sinken die Fallzahlen in Remscheid - damit steht die Stadt unter den drei großen Städten im Bergischen Land alleine -, dennoch sollten die Anwohner wachsam sein. "Das Wichtigste ist eine wachsame Nachbarschaft", sagt Wiehager, der mit rund zehn uniformierten Beamten am H20-Parkplatz steht und gleich in Hackenberg durch die Straßen gehen wird. Dabei suchen die Polizisten "Fahrlässigkeitsfehler an den Häusern oder Wohnungen". Damit sind etwa Leitern an Balkonen gemeint oder runtergelassene Rollläden am späten Nachmittag. Wiehager weiter: "Wir registrieren all das, was auch ein Einbrecher registrieren würde. Und dann werfen wir den Anwohnern einen vorbereiten Brief in den Briefkasten, in dem genau die Dinge stehen, auf die eben ein Einbrecher achten würde und die ein potentielles Risiko darstellen", sagt der Kriminalhauptkommissar.

Die Täter kommen hauptsächlich aus Osteuropa, werden auf logistisch ausgeklügelte Art und Weise eingeschleust. Wiehager: "Die Täter werden in ihren Heimatorten rekrutiert, die kommen dann für eine Serie nach Deutschland und werden dann wieder ausgetauscht." Die kurzen Wege zu den Autobahnen in Richtung der Niederlande seien ein großer Anreiz, auch im Bergischen Land.

Die Aufklärungsquote liegt im ersten Halbjahr 2015 bei knapp zwölf Prozent. Auffallend sei eben Remscheid, das mit fast 50 Prozent weniger Fallzahlen im Vergleich zum Vorjahr den Positiv-Trend der vergangenen Jahre fortsetze, berichtet Wiehager weiter. "Aber natürlich kann das schon in der kommenden Woche wieder anders sein, wenn wir vielleicht auch in Remscheid wieder eine Einbruchsserie haben."

Die Öffentlichkeitsarbeit scheint zu fruchten, wie der Kriminalhauptkommissar schmunzelnd ergänzt: "Neulich waren wir in Grefrath bei einer ähnlichen Aktion. Da wurden wir von den Kollegen eines herbeigerufenen Streifenwagens angesprochen, was wir denn hier wohl wollten. Aber genau so muss das sein, diese Art der Sensibilisierung wollen wir in der Bevölkerung erreichen."

Quelle: RP
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