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Remscheid
Praktisches Werben für das Handwerk

Remscheid: Praktisches Werben für das Handwerk
! Caroline Krause macht bei der Firma Klauke eine Ausbildung zur Zerspanungsmechanikerin. FOTO: Moll
Remscheid. Über die Zukunft der Industrie, welche innovativen und digitalen Methoden verwendet werden könnten, machten sich zahlreiche Besucher im BZI ein Bild. Unter dem Motto "Ausbildung 4.0" öffnete das Berufsbildungszentrum seine Türen. Von Cristina Segovia-Buendía

Voll war es am Wochenende auf dem Gelände des Berufsbildungszentrums der Industrie (BZI) in der Wüstenhagener Straße. Besucher hatten Schwierigkeiten einen Parkplatz zu ergattern. Kein Wunder, tummelten sich doch - sowohl am Samstag als auch am Sonntag - zahlreiche interessierte Gäste in den Hallen, sowohl Vertreter der Industrie, als auch Jugendliche und ihre Eltern. Sogar mehrere jüngere Schulklassen der Nelson-Mandela-Sekundarschule waren vor Ort, um sich an den verschiedenen Stationen auszuprobieren, etwa beim Schleifen oder Feilen.

Die Fünftklässlerin Alva zum Beispiel war im Rahmen des schuleigenen "Frühaufsteher"-Projekts mit ihrer Schulklasse ins BZI gekommen, nahm dort an einer Führung teil und probierte alle Stationen aus. Mit Papa Carsten Packmor blieb die Zehnjährige im Anschluss noch im Bildungszentrum, um an ihrem angefangenen Ring weiter zu feilen. "Ich habe alle Stationen ausprobiert, aber das Feilen hat mir am besten gefallen", äußerte die Zehnjährige selbstbewusst. Den kleinen Metallring hatte sie fest im Schraubstock eingespannt und feilte fleißig, um die perfekte Rundung zu erzielen. "Ich fand es sehr spannend im BZI", urteilte Alva. Sie weiß zwar noch nicht, was sie später werden will, hätte aber kein Problem damit, einen handwerklichen Beruf in der Industrie zu erlernen.

Vater Carsten Packmor hatte genau aus diesem Grund auch die Sekundarschule als Schulform für seine Tochter ausgewählt: "Hier bekommen sie einen breiten praktischen Hintergrund vermittelt und dadurch, dass die Schule auch noch nicht so groß ist, ist eine individuellere Betreuung gegeben." Packmor war selbst erstmals im BZI und zeigte sich angetan von den vielen modernen Maschinen und den gebotenen Möglichkeiten für Azubis. "Ich finde es sehr gut, und die Leute hier scheinen sehr motiviert und mit sehr viel Spaß ihrer Arbeit nachzugehen. Es erweckt auch den Eindruck, als wüssten sie hier genau, was sie tun."

Auf eine professionelle und passgenaue Aus- und Weiterbildung setzt BZI-Geschäftsführer Michael Hagemann seit Jahren. Und, dass sie als Berufsbildungszentrum auch der Industrie einen Schritt voraus sein müssen, um für die Unternehmen als Ausbildungsstätte attraktiv zu bleiben, ist für ihn selbstverständlich.

Deswegen präsentierten sich in diesem Jahr beispielsweise auch ein Unternehmen, das eine interaktive Theorievermittlung mit 3D-Animation anbietet. Mithilfe einer VR-Brille (Virtual Reality) und zwei Controllern kann beispielsweise der angehende Mechatroniker etwa erstmals virtuell Hand anlegen und an einer Simulation einen Reifen wechseln. Ähnlich wie bei einer Flug- oder Fahrsimulation, tastet sich der Azubi hier langsam vor, schaut sich alles genau an.

Das machte auch Hagemann Spaß. Doch ganz auf eine virtuelle Ausbildung will er in Zukunft nicht setzen. Das digitale Lernen sei nur eine Methode, "aber wir werden weiterhin unserer eigenen Maxime treu bleiben." Heißt: Fachkräfte werden auch in Zukunft im BZI an den modernen Maschinen geschult. Mit der Resonanz war Hagemann mehr als zufrieden. Und Alva und ihr Vater waren sicher: "Im kommenden Jahr kommen wir sicherlich noch mal."

Quelle: RP
 
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