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Remscheid
Preisgekrönte Autorin bei interkultureller Lesung

Remscheid. Die preisgekrönte deutsch-iranische Autorin Sudabeh Mohafez ist nächsten Donnerstag, 14. April, im Rahmen der Interkulturellen Lese- und Musikreihe in der Klosterkirche zu Gast. Lesen wird die studierte Diplom-Pädagogin und ehemalige Leiterin eines Frauenhauses aus ihren Werken "Kitsune" und "Das Zehn-Zeilen-Buch." Von Cristina Segovia-Buendía

Es sei nicht leicht gewesen, die Autorin für die Reihe zu gewinnen. Sudabeh Mohafez (Jahrgang 1963), gebürtige Iranerin, zog mit 16 Jahren aus ihrer Heimat Teheran mit ihrer Familie nach Deutschland. "Sie kam nicht als Flüchtling", sagt Wolfgang Luge. "Es war viel mehr ein bewusster Umzug der Eltern." Und dennoch hat es das Leben der späteren Autorin, Tochter einer deutschen Mutter und eines persischen Vaters, geprägt.

Luge vom Verein "Lütteraten" hat sich bei seiner Suche nach einem Autor für die siebten Ausgabe der Lese- und Musikreihe von Caritasverband, deutsch-indischer Gesellschaft, Lütteraten, Förderverein für Interkulturelle Erziehung (IKE), Kommunales Integrationszentrum (KI), Schlawiner und dem Heimatbund Lüttringhausen, sehr mit der Biografie vom Mohafez und ihren Werken beschäftigt. "Sie hat viel zu erzählen", sagt er. "Das Thema Gewalt prägt ihre Literatur."

Eine Gewalt, die von Männern gegenüber Frauen ausgeübt wird und die Mohafez in verschiedenen Kulturen erlebt hat. Bis zu ihrem 16. Lebensjahr lebte sie in Teheran. Danach in Berlin, absolvierte dort ihr Abitur, studierte Pädagogik, arbeitete in einem Frauenhaus und übernahm schließlich die Leitung. 2005 zog sie in die portugiesische Hauptstadt Lissabon, mit der Absicht dort zu bleiben, doch vor einigen Jahren kehrte sie nach Deutschland zurück.

Ihr erstes Werk, der Erzählband "Wüstenhimmel, Sternenland", schrieb sie im Alter von 41 Jahren. "Sie hat lange gebraucht, um das Thema Gewalt, das sie nicht nur in Iran, sondern vor allem auch als Leiterin eines Frauenhauses in Berlin erlebt hat, zu verarbeiten", erklärt Luge. Ihr persönlicher Lebensweg, all das, was sie auf ihren einzelnen Stationen erlebt hat, sei in ihren Werken subtil beschrieben. Und als interkulturelle Brückenbauerin, sagt Michaela Pappas vom IKE, freue sich Mohafez auf die Lesung in Lennep. "Wir werden sie sicherlich auch auf das Thema Migration ansprechen und sind darauf gespannt, wie sie die aktuelle Situation in Deutschland sieht", sagt Luge. Neben der Lesung wird der indische Musiker "Ojas" den Abend melodisch mit Didgeridoo und Percussion begleiten.

Do. 14. April, Klosterkirche Lennep, Beginn 19 Uhr. Der Eintritt ist frei.

Quelle: RP
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