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Remscheid
Preiswürdig - ein Werkstoff mit Gedächtnis

Remscheid. Förderverein Mannesmannhaus vergibt Medaille. Von Bernd Geisler

In einer Feierstunde im Werkzeugmuseum verlieh der Förderverein Mannesmannhaus die "Reinhard und Max Mannesmann Auszeichnung für Innovationsleistungen 2015" an das Zentrum für angewandte Formgedächtnistechnik (ZAF) innerhalb der Forschungsgemeinschaft Werkzeuge und Werkstoffe aus Remscheid (FGW).

OB Burkhard Mast-Weisz und der Vorsitzende des Fördervereins, Prof. Dr. Horst A. Wessel, überreichten dem Leiter des ZAF, Dr. Alexander Czechowicz, Ehrenmedaille und Urkunde. Wessel hatte vorher in seiner Begrüßung darauf hingewiesen, dass der Verein damit im Andenken an die Erfinder und Industriepioniere Reinhard und Max Mannesmann innovative Leistungen auf technischen und sozialen Gebieten würdige. Das ZAF bekam diese Auszeichnung, weil es neuartige, marktfähige Produkte, wie etwa Aktoren (Antriebselemente) für Steuerungen, erforsche und ihre Entwicklung vorantreibe, sagte der stellvertretende Vorsitzende des Fördervereins, Karl Rudolf Gerhards. Dafür verwende es Metalllegierungen mit einem "Formgedächtnis". Das ZAF ist weltweit das erste Institut dieser Art. Die Metalllegierungen können eine beliebige, zuvor eingeprägte Form annehmen, wenn eine bestimmte, für sie kritische Temperatur überschritten wird. Das kann man sich zunutze machen. So kann etwa ein Formgedächtnisdraht von zwei Millimetern Durchmesser eine Last von über 100 Kilogramm zyklisch anheben. Der Draht hat dabei nur ein Gewicht von 25 Gramm. Das ZAF führt diese Technologie hinsichtlich der Werkstoffe, Mechaniken, Elektronik und Software ein.

Es bietet zur Umsetzung eine Kooperation mit Beratung und Hilfe für die industriellen Anwender. Die Dienstleistungen reichen von der Baumusterentwicklung bis hin zur Hilfe bei der Einrichtung der Fertigung. Ziel ist die Neuentwicklung, aber auch die Verbesserung bisheriger Produkte und damit die Stärkung der Wettbewerbsposition der anwendenden Unternehmen. Die Übergabe der Auszeichnung war eingebettet in einem umfangreichen Programm.

Czechowicz stellte das ZAF vor und Dr. Christian Pelshenke, Leiter des Instituts für Werkzeugforschung und Werkstoffe in der FGW, hielt einen technischen, gleichwohl lockeren Vortrag über "Innovationen gestern, heute, morgen" innerhalb der Forschungsgemeinschaft. Er skizzierte die technische Entwicklung anhand des Schwingungsverhaltens von Kreissägewerkzeugen.

Dabei zog er ganz nebenbei allen Wissenschaftspropheten einen Zahn: Die Zukunft technischer Entwicklungen sei nicht vorstellbar, weil diese exponentiell voranschreiten, sagte er. Es bleibt also spannend. Nicht nur in der Werkzeug- und Werkstoffindustrie.

Quelle: RP
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