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Remscheid
Pro Arte will sich weiter für Kultur einsetzen

Remscheid. Verein ist enttäuscht über die Schließung der Galerie. Er sucht Kontakt zur Denkmalschutzbehörde. Von Christian Peiseler

Geigenunterricht in der oberen Etage des bergischen Hauses an der Scharffstraße 7 und Trompetespielen im Erdgeschoss - Reinhard Jammers kann sich immer noch nicht recht vorstellen, dass der Umzug der Musik- und Kunstschule in die Tat umgesetzt wird. Der Sprecher des Vereins Pro Arte sieht noch eine Chance, dies zu verhindern. Er will die Obere Denkmalschutzbehörde in Düsseldorf einschalten. Seine stärksten Argumente gegen den Umbau des historischen Ensembles liefert ihm das Gutachten von Professor Matthias Middelkamp. Der Fachmann aus Berlin geht davon aus, dass die historischen Räume zu einem erheblichen Teil durch Trockenbaumaßnahmen verändert werden müssen. Bis zu 70 Prozent der Wandflächen müssten mit Vorsatzschalen versehen werden. Ob die umfangreichen Maßnahmen sich mit dem Denkmalschutz vereinbaren lassen, bezweifelt der Gutachter. Grundsätzlich hält er einen Musikschulbetrieb mit klassischen Instrumenten mit Einschränkungen für möglich. Sobald aber Jazz und Pop unterrichtet werden sollen, käme man nicht mit den von der Stadt vorgeschlagenen Maßnahmen aus. Sein Fazit: "Die Bausubstanz ist für die Nutzung als Musikschule" kaum geeignet. Jammers ist gespannt, wie die Obere Denkmalschutzbehörde die Situation beurteilt. "Mit den Umbauten wird die Substanz der Häuser zerstört", sagt Jammers.

Der Verein will aber sein Engagement für die Kultur in Remscheid nicht davon abhängig machen, wie es mit der Galerie weitergeht. "Wir haben nicht vor, uns aufzulösen, weil es noch andere kulturelle Bereiche wie zum Beispiel das Theater gibt, für das wir uns engagieren können", sagt Jammers. Wie die Unterstützung aussehen soll, darüber entscheidet eine Mitgliederversammlung. Jammer will für bürgerschaftliches Engagement für die Kultur werben. Es bauche mehr Bürger, die die Flagge hoch halten für das "bisschen Kultur" in Remscheid. Nach seinen Erfahrungen in der Arbeitsgruppe, die sich mit der Galerie befasst hat, stellt Jammers ernüchtert fest, wie wenig Unterstützung die Kultur im politischen Raum habe. "Für mich ist das schwer zu verstehen", sagt er.

Mit 25 000 Euro pro Jahr wollte Pro Arte die Ausstellungen in Remscheid fördern. Solange es aber keinen repräsentativen Ort für die Bildende Kunst in der Stadt gibt, ist an Sponsoring nicht zu denken.

Quelle: RP
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