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Remscheid
Probleme mit der Nahversorgung ärgern die Bürger

Remscheid. Mast-Weisz steht in der Alleestraße Rede und Antwort. Passanten diskutieren mit dem Oberbürgermeister. Von Michael Bosse

Manchmal sind es die kleinen Gesten beziehungsweise Nicht-Gesten, die den Bürger stören. "Sie haben uns keinen Blumenstrauß zu unserer Goldenen Hochzeit geschickt", beschwert sich eine ältere Dame. Mit ihrem Rollator fährt sie am Freitagvormittag die Alleestraße herauf, gleich am Wochenmarkt hat sie den Stand von Oberbürgermeister Burkhard Mast-Weisz gesehen und ihrem Ärger Luft gemacht. Mast-Weisz nimmt die Kritik als "berechtigt" an und verweist auf eine Ratsentscheidung, die das Versenden von Blumen zu solchen Anlässen untersagt.

Die Seniorin ist eine von rund 20 Personen, die sich am kleinen Stand der Stadt - einem Stehtisch mit blau-weißem Schirm - einfinden, um dem OB von ihren Problemen zu erzählen. Angesichts des Standortes ist es nicht verwunderlich, dass das Thema "Leerstand" angeschnitten wird. "Wir suchen immer wieder Einzelhändler für den unteren Bereich der Alleestraße", sagt Mast-Weisz. Viele Einzelhändler wollte jedoch erst kommen, wenn sich bereits ein anderes Geschäft angesiedelt hat. Zudem seien die Mieten teilweise "ganz schön üppig", betont Mast-Weisz.

Die Stadt hofft nun, dass durch die geplante Neugestaltung des Friedrich-Ebert-Platzes auch eine Belebung für die untere Alleestraße initiiert werden kann. Zudem bestehe ja die Überlegung, das Berufskolleg Wirtschaft und Verwaltung in das ehemalige Gebäude von Sinn-Leffers umziehen zu lassen. Das ist allerdings nur einer von drei möglichen Standorten, die Entscheidung des Rates steht in der Frage noch aus.

Den meisten Bürgern brennt aber das Thema "Nahversorgung" unter den Nägeln: so auch Brunhilde Bieler. Durch die Schließung des Nahkaufs an der Elberfelder Straße drohe, dass sich die Versorgung weiter verschlechtert, moniert sie. Mast-Weisz bedauert die Entscheidung der Lebensmittelkette und bezeichnet sie als "doofe Idee". Die Stadtverwaltung könne aber nicht viel machen, da es sich um eine unternehmerische Entscheidung handle. "Wir können nur die Rahmenbedingungen schaffen." Die Stadt könne nicht selbst Läden eröffnen.

Über den Zustand der Alleestraße macht sich derweil Edith Bader Sorgen. "Jeder pinkelt hier in die Ecke", ärgert sie sich. Statt eine Toilette in der Fußgängerzone aufzustellen, sollte die Stadt lieber jemanden einstellen, der in der Alleestraße nach dem Rechten sieht.

OB Mast-Weisz schreibt sich die Anregungen auf einem Din-A-4-Block auf. Vor allem um die Nahversorgung wolle man sich nun kümmern, sagt er. Bezirksbürgermeister Otto Mähler, der auch am Tisch steht, wird dafür gleich mit in die Pflicht genommen.

Quelle: RP
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