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Remscheid
Profis knacken 34 Wagen an Autohaus

Remscheid: Profis knacken 34 Wagen an Autohaus
Am Autohaus Kaltenbach schlugen die Täter zu. FOTO: Sch�tz, Michael
Remscheid. Auf einem Abstellplatz bei Kaltenbach in Lennep haben Diebe in der Nacht zu Donnerstag Airbags und Navis aus Autos gestohlen. Es entstand ein Schaden in sechsstelliger Höhe. Von Bernd Bussang

Sie kamen im Schatten der Nacht und arbeiteten schnell und leise. Um 4.34 Uhr ging ein Alarmruf eines Wachmannes bei der Leitstelle der Polizei in Wuppertal ein. Der Wächter hatte die Diebe offenbar auf frischer Tat erwischt und sah nur noch einige Gestalten vom Abstellplatz hinter dem Autohaus Kaltenbach weglaufen und in der Dunkelheit verschwinden. Der sofort eingeleitete Polizeieinsatz mit mehreren Streifenwagen blieb ergebnislos. Von den Tätern fehlt noch jede Spur.

Auf dem Abstellplatz an der Borner Straße hatten sie ganze Arbeit geleistet. 34 Fahrzeuge waren aufgebrochen worden, es fehlten wertvolle Teile wie Navis, Airbags und Funktionslenkräder. Die Polizei schätzt den Schaden auf eine sechsstellige Höhe.

Polizei: Täter waren Profis

Bei den Tätern muss es sich um "absolute Profis" handeln, ist Polizeisprecherin Anja Meis überzeugt. Ihr Vorgehen zeige die klare Handschrift von Banden, meist aus dem osteuropäischen Raum, die mobil durchs Land reisten und es auf Ersatzteile hochwertiger Fahrzeuge abgesehen hätten. Häufig werde die Beute dann über die Grenze geschafft und in den jeweiligen Heimatländern gewinnbringend verkauft.

Professionell arbeiten die Täter nicht nur im Hinblick auf ihr Vorgehen, sondern auch auf ihr mechanisches und elektronisches Fachwissen. Mit den hochtechnisierten Autos kennen sie sich bestens aus. Bei ihren Beutezügen gehen sie zugleich brachial und filigran vor. Sie knacken die Türschlösser oder schlagen einfach Scheiben ein. Sie zerkratzen den Lack und brechen im Innenraum dann einfach weg, was sie nicht benötigen, um an die Beutestücke wie Navis und Airbags zu gelangen. Beim Ausbau der Teile gehen sie aber feinhändig wie Chirurgen vor, damit sie unbeschädigt bleiben und so einen hohen Verkaufswert behalten.

Aufklärungsquote ist gering

Typisch sei auch die Schnelligkeit, mit der die Täter zuschlagen und verschwinden, sagt die Polizeisprecherin. Wächter stünden Schmiere. Und: "Sie hinterlassen in der Regel keine Spuren." Entsprechend gering sei die Aufklärungsquote. Wichtig sei den Dieben ein nahegelegener Autobahnanschluss, der die Flucht begünstige. Autohäuser seien für sie wegen der großen Zahl der dort stehenden Fahrzeuge besonders attraktiv. So habe es ähnliche Fälle bereits in Wuppertal und 2013 in Solingen gegeben. Doch gelten auch Wohnsiedlungen mit gut situierten Bewohnern und vielen hochwertigen und möglichst neuen Autos als Reviere für diese Art von Tätern.

Die Kriminalpolizei Remscheid bittet Zeugen, die verdächtige Personen oder Fahrzeuge im Bereich des Autohauses an der Borner Straße bemerkt haben, sich telefonisch unter der Nummer 0202-284-0 zu melden.

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