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Remscheid
Projekt fragt: Wie gelingt Weg in den Job ?

Remscheid: Projekt fragt: Wie gelingt Weg in den Job ?
Tagespraktika - wie hier beim Girlsday Ende April bei der Firma Sander & Doll - bieten Schülern erste Einblicke in die Berufswelt. FOTO: Jumo (Archiv)
Remscheid. Erstmals erstellt die Stadt in diesem Sommer zusammen mit allen weiterführenden Schulen eine Übersicht über den Übergang junger Menschen in die Berufswelt. So sollen die Chancen auf einen reibungslosen Karriereweg steigen. Von Henning Röser

Dieser Datensatz wird mit Spannung erwartet. Am 13. September soll der erste Bericht darüber vorliegen, wie der weitere berufliche Weg der Schüler allerweiterführenden Schulen in Remscheid aussehen wird.

Im Lenkungskreis des Landesprogramms "Kein Abschluss ohne Anschluss" (KAOA) haben sich Schulen, Stadtverwaltung, Kreishandwerkerschaft, Arbeitgeberverband und Jobcenter darauf geeinigt, dass Remscheid am sogenannten "Übergangs-Monitoring" teilnimmt. Die Stadt orientiert sich dabei unter anderem am Beispiel der Stadt Mülheim, wo schon seit längerem einmal im Jahr alle Akteure des Arbeitsmarktes und der Schulen zusammenkommen, um zu schauen, wie dieser wichtige Schnitt im Leben junger Menschen funktioniert hat. Wo Probleme erkannt werden, wird versucht. gegenzusteuern.

Für Remscheid sieht Schul -und Sozialdezernent Thomas Neuhaus (Grüne) vor allem in der im Vergleich zum Landesdurchschnitt höheren Jugendarbeitslosigkeit einen Grund, hier aktiv zu werden. Er möchte verhindern, dass Jugendliche beim Übergang von der Schule in den Beruf verloren gehen, den Anschluss verpassen oder in prekären Beschäftigungsverhältnissen landen. Bei der Bezirksregierung in Düsseldorf hat sich die Stadt für eine Teilnahme am Projekt beworben und ist damit die dritte Kommune im Regierungsbezirk, die diesen Weg geht.

Vor einigen Wochen haben die Schulen die Formulare und Vorlagen für die EDV-Tabellen erhalten, die nun mit Daten gefüttert werden müssen. Eine Post, die nicht auf ungeteilte Begeisterung stößt. In der Sitzung des Schulausschusses am Mittwoch kritisierte Bernd Schaub von der Alexander von Humboldt-Realschule die aufwendige Prozedur, die Excel-Tabellen auszufüllen. Generell, so seine Feststellung, binde das KAOA-Programm. das auch das Thema Praktika und Berufsorientierung anders angeht, mittlerweile so viel Arbeitszeit, dass es zu Lasten des Unterrichts gehe.

"Das wird einige Zeit für die Schulen kosten", räumt Neuhaus ein. Diese Zeit sei aber gut angelegt. Denn es sei auch im Sinne der Schulen, die Qualität des Übergangs von der Schule in den Beruf messbarer zu machen. Durch die Daten und die gemeinsame Analyse ergebe sich die Möglichkeit, Dinge zu verändern, gegenzusteuern.

Eltern müssten sich keine Sorgen machen, dass die Berufswahl ihres Kindes nun zum Diskussionsthema in Expertenrunden wird. "Die Erfassung erfolgt anonym", sagt Neuhaus. Es geht eher darum, Tendenzen zu erkennen.

Und es geht um finanzielle Effekte. Jeder Schüler, dessen Übergang in den Beruf reibungslos verläuft, helfe der heimischen Wirtschaft, die verstärkt Nachwuchs und Fachkräfte sucht. Und sie hilft auch der Kommune, die im Idealfall für weniger junge Menschen Sozialleistungen bezahlen muss, denen der Sprung in die Berufswelt misslingt.

In diesem Handlungsfeld ist auch die Jugendberufsagentur angesiedelt, die vor wenigen Wochen in Remscheid an den Start gegangen ist. In Remscheid lebten Ende April 516 Jugendliche ohne Arbeit. Die Arbeitslosenquote bei dieser Altersgruppe liegt bei 8,6 Prozent und damit fast 0,9 Prozentpunkte über dem Landesdurchschnitt. Das soll sich ändern.

Quelle: RP
 
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