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Remscheid
Provokante Schmierereien am Bahnhof Lennep

Remscheid. Zwei mal in der Woche fährt Dr, Walter Kühhirt zum Kieser Training nach Lennep. Sein Weg führt vorbei am Bahnhof, wo er am Mittwoch eine unangenehme Überraschung erlebt. Auf die Wände des leerstehenden Möbelhauses Giminski haben Unbekannte zwei Parolen gesprüht. "Fuck the Police" und "Welcome Amri". Den Namen eines Mehrfach-Mörders und Attentäters dort zu sehen, habe ihn sehr wütend gemacht, sagt Kühhirt. Auf der Polizeiwache in Lennep hätten die Beamten zu seinem Bericht nur mit dem Schultern gezuckt. Kurz überlegte Kühhirt, die Wände zu übermalen, aber das sei sicher auch nicht erlaubt, sagt er sich dann.

Der Polizei seien diese Dinge keineswegs gleichgültig, sagt Stefan Weiand, Pressesprecher der Polizei in Wuppertal. "Wir haben eine eigene Ermittlungsgruppe eingerichtet, die sich um das Thema kümmert." Denn immer wieder tauchen seit gut einem Jahr in Lennep solche oft fremdenfeindlichen Parolen auf Hauswänden auf. Das Möbelhaus, das sich im Besitz der Bahnentwicklungs-Gesellschaft (BEG) befindet, wurde bereits 2014 als Leinwand missbraucht. Damals hatten Sven Wolf, Sven Wiertz (beide SPD) und Fritz Beinersdorf (Linke) selbst zur Farbe gegriffen und die rechten Sprüche mit eigenen übermalt: "Lennep kein Platz für Rassisten" "Alle Nazis raus" stand dort, bis der CDU-Ratsherr und Malermeister Kurt-Peter Friese mit Erlaubnis der BEG die Wände weiß übermalte. Weiand sagt, dass Kühhirt richtig gehandelt habe, als er seine Beobachtung der Polizei gemeldet habe. "Das ist wieder eine neue Spur für die Ermittler." Die Beseitigung der Schmierereien sei Aufgabe des Gebäude-Eigentümers.

(hr)
 
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