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Remscheid
Rapper gestalten ihre Texte politischer

Remscheid. Bei einem Rap- und Hip-Hop-Workshop in der Kraftstation entstand ein Song mit dem Titel "120 Nationen/120 Bars. Von Cristina Segovia-Buendía

Die Kraftstation bot in der ersten Herbstferienwoche einen Rap- und Hip-Hop-Workshop für Jugendliche an. Am Freitag präsentierten sie ihre Ergebnisse, unter anderem ein Song mit dem Titel "120 Nationen/120 Bars", in dem die Jungs aus verschiedenen Kulturkreisen ein tolerantes Miteinander in ihrer Heimatstadt Remscheid fordern.

Der jährliche Workshop in der Kraftstation hat eine lange Tradition. Seit 14 Jahren lädt sich André Sobiralski, Leiter des Jugendzentrums in Honsberg, in den Herbstferien lokale Rap-Größen ein, die mit Jugendlichen eine Woche lang an eigenen Reimen feilen und üben, später im Tonstudio sogar ganze Songs aufnehmen.

Mittlerweile sind ehemalige Workshop-Teilnehmer, die dem Genre über lange Jahre treu geblieben sind, selbst Coaches. Doch so politisch wie in diesem Jahr war das Ergebnis noch nie, gibt Sobiralski zu: "Von Politikverdrossenheit bei Jugendlichen war diese Woche gar nichts zu spüren. Im Gegenteil." Der gemeinsame Song, den die zehn Teilnehmer, zwischen 14 und 18 Jahren, jetzt auf der Bühne der Kraftstation präsentierten, behandelt den aufflackernden Hass aus dem rechten Spektrum, gegen den sich die Remscheider Jungs aus verschiedenen Kulturkreisen musikalisch wehren.

In Kürze soll auch ein Video zum Lied gedreht werden und im Internet veröffentlicht werden. "Wir werden schauen, ob wir ihn nicht als Eröffnungstitel bei anderen Veranstaltungen nutzen können", sagte Sobiralski, dem die Nachhaltigkeit der Ergebnisse sehr am Herzen liegt.

Gecoacht wurden die Nachwuchsrapper von Hani Seydo (21) und Tim Lohmann (19), die selbst als Jugendliche an dem Workshop teilnahmen. Paul Zanter (22) baute die Beats, auf denen die Jungs ihre selbst geschriebenen Texte rappten. Und auch der Wermelskirchener Rapkünstler "Chumet" (27) war mit von der Partie.

"Der Workshop hat viel Spaß gemacht und man lernt hier auch viel", sagte Teilnehmer Luca (15). Schon im letzten Jahr war er dabei. Mit einem Kumpel schreibt er seitdem regelmäßig Texte. "Meistens über Themen, die mich belasten oder interessieren, Alltagssituationen." Ein Gangsterrapper will er nicht sein. Doch im Rap hat er die Möglichkeit gefunden, seine Gedanken zum Ausdruck zu bringen.

Quelle: RP
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