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Remscheid
Rat will DOC-Projekt nicht an Hackenberg koppeln

Remscheid. Die Linke scheitert mit dem Versuch, die beiden Bebauungspläne stärker miteinander zu verstricken.

Die Fraktion "Die Linke" ist im Rat mit ihrem Antrag gescheitert, den Satzungsbeschluss zum Bebauungsplan zur Ansiedlung des Designer-Outlet-Centers in Remscheid erst dann zu fassen, wenn klar ist, dass der Bebauungsplan für die Erweiterung der Sportstätten auf dem Hackenberg nicht durch Klagen verzögert wird.

Hintergrund: Gegen beide Projekte kann Klage eingelegt werden. Durchläuft das Projekt DOC die Klagephase im Jahr 2017 ohne Schäden, die Stadionerweiterung aber wird gekippt, stünde der Schul- und Vereinssport in Lennep als Verlierer dar, so die Sorge. Fraktionssprecher Fritz Beinersdorf sagte, dass es Teil des politischen Willens gewesen sei, die Sportanlagen am Hackenberg zeitgleich oder sogar noch vor dem Outlet-Center zu errichten. Diese Maxime hätte zur Akzeptanz der Bürger und der von der Verlagerung betroffenen Sportvereine beigetragen. Mit dem aktuellen Planverfahren für die neue Sportanlage gebe die Verwaltung den Vereinen "eine Beruhigungspille". "Das ist ein Risiko. Denn es wird von einem Gerichtsurteil abhängen, ob es zu einem DOC in Lennep kommt oder nicht", monierte Beinersdorf. Lösten sich die Outlet-Pläne durch einen Gerichtsentscheid in Luft auf, wären über 300.000 Euro Planungskosten für die Verlagerung der Sportplätze in den Sand gesetzt.

Und außerdem habe die Politik den Lenneper Bürgern ihr demokratisches Recht, über das Einkaufsdorf in ihrer Stadt abzustimmen, verweigert, wiederholte er den bekannten Vorwurf.

Dies wollte Sportausschussvorsitzender Markus Kötter so nicht stehen lassen: "Die Leute haben bei der Kommunalpolitik gewusst, wie die Programme der Parteien aussehen. Niemand hat die Katze im Sack gekauft", entgegnete er.

Außerdem bekämen die Vereine mehr als adäquaten Ersatz für die Flächen im Röntgen-Stadion, das dem DOC-Bau weichen muss. Denn immerhin sollten mehr als zwei Drittel der Kaufsumme für die in Rede stehenden Flächen in die Neuanlage der Sportstätten fließen. Der Sport sei der Bereich, der vom Outlet-Projekt am meisten profitiere, führte auch David Schichel (Grüne) an.

Einzig Thomas Brützel (W.i.R.) stimmte Beinersdorf in Teilen zu. "Der Hintergrund des Antrags ist richtig. Wenn einer der beiden Bauanträge vor Gericht scheitert, haben wir ein Problem."

(bona)
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