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Remscheid
Remscheid braucht 100 neue Erzieherinnen

Remscheid. 700 neue Kitaplätze entstehen. Berufskolleg Käthe-Kollwitz bietet praxisnähere Ausbildungsvariante an. Von Stefanie Bona

700 neue Kita-Plätze müssen in Remscheid in den nächsten Jahren geschaffen werden. Schon zum nächsten Kindergartenjahr haben 265 Kinder aktuell noch keinen Betreuungsplatz. Wie berichtet, arbeitet die Stadtverwaltung derzeit mit Hochdruck daran, sich auf diese durch eine unerwartet gestiegene Geburtenrate und erhöhte Zuwanderung bedingte Situation einzustellen. In Gespräch ist man mit elf potenziellen Trägern, die neue Einrichtungen schaffen oder bestehende erweitern sollen. Doch gibt es innerhalb kurzer Zeit überhaupt so viele Erzieherinnen und Erzieher, um die zusätzlichen Gruppen mit Fachkräften auszustatten?

Peter Nowack, innerhalb des städtischen Jugendamtes für die Kita-Betreuung zuständig, sieht die Sache differenziert. "Im Moment gibt es tatsächlich nur wenige Bewerbungen auf vakante Stellen." Trotzdem gelinge es, den Personalbedarf weitestgehend zu decken. 700 zusätzliche Kita-Plätze für Unter- und Über-Dreijährige bedeuten etwa 35 zusätzliche Gruppen. "Das entspricht einem Bedarf von rund 100 Mitarbeitenden", rechnet Nowack vor.

Weil man aber mit dem in Remscheid für die Erzieherausbildung zuständigen Käthe-Kollwitz-Berufskolleg sehr eng zusammenarbeite, sieht er keinen Personalengpass auf die Stadt zukommen. Nowack weiß, dass im Sommer 2017 viele ausgebildete Erzieher auf den Markt kommen.

Zudem stellt sich die Schule durch einen neuen Ausbildungszweig auf die neue Lage ein, wie Mathias Doering, Abteilungsleiter für den Sozialpädagogischen Zweig am Käthe-Kollwitz-Berufskolleg, erläutert. Neben der klassischen Erzieherausbildung mit zwei Jahren theoretischem Unterricht und einem Anerkennungsjahr wird ab dem nächsten Schuljahr die praxisintegrierte Ausbildung eingeführt.

Damit besuchen die Studierenden ein Jahr ausschließlich das Kolleg und der Praxisteil wird sodann auf die nachfolgenden zwei Jahre aufgeteilt. Das bedeutet, dass die angehenden Erzieher während dieser Zeit sowohl Schulunterricht als auch Praxisanteile in den Einrichtungen haben.

Die neue Ausbildungsvariante sei am Kolleg sehr stark nachgefragt worden, berichtet Doering. Mit der Neuerung verbindet er die Hoffnung, dass eine frühe Bindung zwischen Praktikant und Kita entsteht, die im besten Fall zu einer Weiterbeschäftigung nach Ausbildungsende führt. Und ganz wichtig sei, dass sich für die Träger die Kosten für das Praktikum anders verteilten.

Gemeinhin werde im bisherigen Anerkennungsjahr eine Zuwendung von 60 bis 80 Prozent des späteren Erziehergehalts zuzüglich Sozialabgaben bezahlt. "Mit der praxisintegrierten Ausbildung teilt sich dieser Betrag auf zwei Jahre auf. Die Einrichtungen werden damit nicht so stark belastet", erläutert er. Denn gerade die Kosten für die Jahrespraktikanten seien für manchen Träger schwer zu stemmen. Demzufolge standen immer wieder Kollegschüler ohne Praktikumsplatz da, was den Ausbildungsabschluss und damit den Einsteig in den Beruf verzögerte. Peter Nowack glaubt, dass nicht zuletzt durch das gute Netzwerk von Stadt, Trägern und Schule in Remscheid die Personalsituation in den Griff zu bekommen sei.

Quelle: RP
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