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Mysteriöser Fall in Remscheid
Darum geht die Polizei nicht gegen die "Schwarze Frau" vor

Remscheid: Darum geht die Polizei nicht gegen die "Schwarze Frau" vor
Die schwarz verhüllte Frau aus Remscheid gibt Rätsel auf. FOTO: Screenshot Youtube
Remscheid. Ganz Remscheid diskutiert über die mysteröse "schwarze Frau" aus Remscheid-Lennep. Sie selbst ist aber bisher nicht noch einmal aufgetaucht. Auch bei der Polizei gingen keine neuen Hinweise ein. Von Bernd Bussang

Die "schwarze Frau", die bei Passanten in Lennep für Angst und Schrecken gesorgt hat, hat das Interesse der Internet-Gemeinde geweckt. Auf der Facebook-Seite der Bergischen Morgenpost erreichte der Artikel über sie mehr als 100.000 Menschen. Die Diskussion ist kontrovers. "Es ist schade, dass Menschen immer meinen, dass man 'Andersartige' ausgrenzen oder gar ächten muss. Die Frau hat niemandem etwas getan, also was soll das?", schreibt eine Nutzerin. – "Welche 'Aussage' auch immer sie da machen möchte: Fakt ist, die Frau ängstigt damit kleine Kinder. Eine Art weiblicher 'Butzemann''", meint hingegen ein anderer Nutzer.

Keine neuen Hinweise

Neue Hinweise auf die "schwarze Frau" seien bisher nicht eingegangen, sagt Polizeisprecherin Anja Meis. Nach Zeugenhinweisen, dass die Frau mit einer Sense gesehen wurde, sind die Ordnungshüter besonders sensibilisiert. Doch sehen sie bisher keinen Anlass, einzugreifen. Das sei nur möglich, wenn eine konkrete Gefahr für andere oder eine Selbstmordabsicht erkennbar sei, sagt Meis. Ein solcher Fall hatte sich beispielsweise am 24. Mai in Wuppertal ereignet, als ein 27-Jähriger Mann mit Bart, der äußerlich einem Salafisten glich, mit einem Kurzschwert auf dem Rücken und einer Bibel in der Hand an einer Bushaltestelle religiös-fanatische Sätze brüllte. Zudem hatte er eine Zwille dabei. Nach Notrufen von Passanten griff die Polizei ein und nahm den Mann fest. Der leistete Widerstand und verletzte zwei Polizisten. Der bereits polizeibekannte 27-Jährige wurde einem Amtsarzt zugeführt und in die Stiftung Tannenhof eingewiesen.

Der Fall aus Wuppertal und der Fall der "schwarzen Frau" seien aber eben nicht vergleichbar, sagt die Polizeisprecherin. Die Frau habe sich bisher nicht aggressiv verhalten und offenbar auch keine Waffen mitgeführt. Sollte sie jemand erneut mit einer Sense beobachten, möge er sofort die Polizei benachrichtigen.

Die Motive der Frau für ihre Verhüllung sind weiter rätselhaft. "Ich fühle mich so wohl. Vielleicht will ich mal nicht erkannt werden. Vielleicht demonstriere ich auch für eine bessere Welt", sagte die Frau im Beitrag des Fernsehsenders Sat1, der sie in Lennep aufgespürt hatte. Das Auftreten der schwarz verhüllten Frau, die auch auf dem Friedhof gesichtet wurde, hatte bei Passanten für Irritationen und gerade auch bei Kindern für Angst und Schrecken gesorgt.

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