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Remscheid
Temperamentvolle Flügelstürmerin

Remscheid: Gehui Xu spielte bei der "Weltklassik am Klavier" Beethoven
FOTO: Moll, Jürgen (jumo)
Remscheid. Die Chinesin Gehui Xu (24) spielte Beethoven, Schubert und Schumann. Von Stefanie Bona

Die Konzertreihe "Weltklassik am Klavier" gab diesmal einer sehr jungen Künstlerin die Chance, ihr Können vor einem größeren Publikum zu präsentieren. Und das erschien am trüben Sonntagnachmittag sehr zahlreich im Kulturzentrum Klosterkirche, um sich von Gehui Xu mit recht populären Weisen erfreuen zu lassen.

Die Chinesin ist erst 24 Jahre alt, hat ihren Bachelor in Deutschland absolviert und steckt nun im Masterstudium an der Hochschule für Musik, Theater und Medien in Hannover. Ausgezeichnet wurde sie bereits mit einigen Hochschulpreisen. Zudem gewann sie zahlreiche internationale Klavierwettbewerbe, unter anderem den "Beijing International Competition 2008". Bei der "Weltklassik" war sie in Remscheid zum ersten Mal zu hören. Das von ihr ausgewählte, komplett auswendig gespielte Programm mit Werken von der "Klassik bis zur Romantik" passte gut zu der filigranen Pianistin, bei der man staunend verzeichnete, wie beherzt und zupackend ihr Spiel doch ist. Ludwig van Beethovens Sonate Nr. 4 Es-Dur op. 7 - die "Grande sonate" - stellte die Musikerin in all ihrer Komplexität vor. Während Gehui Xu den ersten Satz energisch und zupackend gestaltete, spielte sie das folgende Largo mit großer Intensität. Beim abschließenden Rondo überzeugte sie mit Leichtigkeit, Tempo und einem eleganten Überkreuzspiel. Mit Schuberts bekanntem Kunstlied "Die Forelle" in der Transkription von Franz Liszt für Klavier ohne Gesang interpretierte die Musikerin eine bekannte Weise mit jugendlichem Temperament, vielleicht eine Spur zu schnell. Einem technisch herausfordernden Werk stellte sich Gehui Xu mit dem Klavierzyklus "Iberia" von Isaac Albeniz, aus dem sie die "Triana" darbot. Hier bewies die junge Pianistin Reife und Gestaltungskraft.

Der zweite Teil nach der Pause gehörte dann den Werken der Romantik, bei denen sich die Chinesin von einer anderen, sensibleren Seite zeigte. Aus Franz Schuberts "Vier Impromptus" spielte sie das Stück Nr. 3 B-Dur mit großer Ruhe und Zurückhaltung. Die verschiedenen Facetten der zwölf symphonischen Etuden cis-Moll op. 13 von Robert Schumann arbeitete sie sehr schön heraus und schloss das Allegro brillante wie ein furioses Finale ab. Den begeisterten Applaus ihres Publikums nahm Gehui Xu ein wenig schüchtern, fast wie eine Klavierschülerin entgegen.

Quelle: RP
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