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Remscheid
Remscheid ist Spitzenreiter in NRW

Remscheid. In den Kitas ist eine Vollzeitkraft ist für 3,3 Kinder zuständig, die nicht älter als drei Jahre sind. Von Christian Peiseler

Um wie viele Kinder sich eine Erzieherin in einer Kindertagesstätte kümmern muss, gilt als wichtiges Qualitätsmerkmal bei der Kinderbetreuung. Demnach erreicht Remscheid bei der Betreuung von Kindern unter drei Jahren (U 3) einen Spitzenwert bei den Städten in Nordrhein-Westfalen. Eine Vollzeitkraft ist für 3,3 Kinder zuständig.

Laut einer Studie der Bertelsmann-Stiftung variiert der Personalschlüssel in NRW erheblich. In Düsseldorf und Wuppertal weist die Studie ein Verhältnis von 1:3,7 bis 1:3,9 Stellen aus. Schlusslicht ist Solingen mit einem Verhältnis von 1:4.9. "Dieses gute Ergebniss bestätigt unsere lange Tradition, auf Qualität bei der Kinderbetreuung Wert zu legen", sagt Schuldezernent Thomas Neuhaus. Die aktuellen Zahlen beziehen sich zwar nur auf die städtischen Einrichtungen. Neuhaus geht aber davon aus, dass es bei den freien Trägern nicht viel anders aussieht. 34 Prozent aller Kinder unter drei Jahren besuchen in Remscheid eine Kindertagesstätte. Ziel der Stadt ist es, die Quote auf 38 Prozent zu erhöhen.

Einen Platz im Mittelfeld der Kommunen von NRW belegt die Stadt beim Personalschlüssel für die über Dreijährigen. Eine Erzieherin betreut nach den Berechnungen der Stadt 8,6 Kinder. In Düseldorf sind es 8,1, in Duisburg 10,1. Der Personalschlüssel werde sich aber verbessern, prognostiziert Neuhaus. Es gebe immer wieder Überbelegungen in den Gruppen, weil jedes Kind einen Kindergartenplatz bekommen soll. Die Deckung liegt bei 92 Prozent. Angestrebt werden 98 Prozent. Sobald die etwa 700 neu geplanten Plätze in Kindertagesstätten ans Netz gehen, werde sich die Situation weiter bessern.

Die Qualität der Kinderbetreuung lässt sich nicht alleine am Personalschlüsseln messen. Es komme in besonderer Weise auf die pädagogischen Konzepte der Einrichtungen an, sagt Neuhaus. Peter Nowack, innerhalb des städtischen Jugendamtes für die Kita-Betreuung zuständig, nennt als Beispiel die inzwischen verbindlich eingeführte alltagsintegrierte Sprachförderung. Die Erzieherinnen legen über jedes Kind einen Entwicklungsbogen an, der Auskunft gibt über die Stärken und Schwächen des Einzelnen. Zum Beispiel beim Wortschatz: Die Erzieherin bittet ein Kind, ihr doch mal das Schwarzbrot zu reichen. Wenn das Kind irritiert schaut, weil es nicht genau versteht, was mit Schwarzbrot gemeint ist, wird dies als Lücke im Wortschatz festgehalten. Am Ende der Woche ist es vielleicht kein Problem mehr für das Kind, auf die Aufforderung die richtige Scheibe Brot aus dem Korb zu holen. Auch das wird auf dem Entwicklungsbogen vermerkt.

In den Gesprächen mit den Eltern sind diese Informationen sehr hilfreich. "Wir können damit genau sehen, mit welchen Angeboten wir das Kind unterstützen können", sagt Nowack. Andererseits gibt der Fragebogen auch Auskunft darüber, wie erfolgreich das Kindergartenteam die Entwicklung der Kinder beeinflusst und wo es Bedarf gibt, Kompetenzen zu schulen. "Wir haben uns einen hohen Anspruch erarbeitet", sagt Thomas Neuhaus.

Mit einem Imagefilm will die Stadt dafür werben, dass sie einerseits den Erzieherinnen einen guten und verlässlichen Arbeitsplatz bieten kann, und andererseits Eltern dafür gewinnen, ihr Kind in eine städtische Einrichtung zu geben. Der Personalschlüssel ist ein gutes Argument dafür. Es gibt noch weitere Mittel als den Werbefilm, mit denen die Stadt den weichen Standortfaktor "Angebot an Kindergartenplätzen" fördern will. Die Kooperation mit dem Berufskolleg Käthe-Kollwitz gehört dazu. Neben der klassischen Erzieherausbildung gibt es dort nun eine praxisintegrierte Ausbildung. 80 Schülerinnen werden in Kindertagesstätten arbeiten und lernen - in der Erwartung, sie später auch einstellen zu können.

Quelle: RP
 
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