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72 Strafanzeigen in Remscheid
Junge Frauen finden ihre Bilder auf Porno-Fotomontagen

Remscheid: Junge Frauen finden ihre Bilder auf Porno-Fotomontagen
Opfer von Internet-Kriminalität können sich an die Polizei wenden (Symbolfoto). FOTO: Shutterstock.com/ Martin Novak
Remscheid. Bei der Polizei haben sich viele Frauen und Mädchen aus Remscheid gemeldet, deren Gesichter auf freizügige oder gar pornografische Bilder montiert und im Internet veröffentlicht worden sein sollen. Es liegen inzwischen 72 Strafanzeigen vor. Von Anja Wollschlaeger

Auf der Remscheider Polizeiwache gaben sich am Wochenende junge Frauen die Klinke in die Hand. Die Beamten hatten die passenden Formulare schon bereitliegen. Am Wochenende war ein Blog mit fotomontierten Portraits junger Frauen über Facebook-Foren verlinkt worden. Die Portraits der Opfer habe der oder die Täter auf Nacktaufnahmen oder Bikinfotos übertragen, teilte die Polizei mit. 

Laut der Pressestelle der Polizei sind in diesem Fall bisher 72 Strafanzeigen eingegangen. Die Seite, die die Bilder zeigt, ist aktuell nicht mehr erreichbar. Die Polizei vermutet, dass der Betreiber sie selbst gesperrt hat.

Profilfotos aus Facebook und Instagram entnommen

Wie die Polizei erklärt, seien die Fotos wohl in den Jahren 2014 und 2015 in dem Internet-Blog zusammengestellt worden. Einige Aufnahmen hat der Täter offenbar als Profilfotos aus Facebook und Instagram entnommen. Andere seien laut Polizei aus einem fahrenden Auto fotografiert worden. Die Ermittlungen der Polizei gingen in Richtung "Eiswagenfahrer".

An dem Stil lasse sich keine besondere Kunstfertigkeit ablesen, erklärt die Polizei. Die Fotomontagen wirkten, als habe jemand die Bilder mit einer Schere ausgeschnitten. Nun ermittelt die Polizei wegen des Vorwurfs des Verstoßes gegen das Kunsturheberrecht - was die unerlaubte Nutzung der Fotos angeht - und wegen der Verbreitung pornografischen Materials von Minderjährigen.

Inzwischen sind technisch auch sogenannte "deepfakes" möglich. Dabei tauscht eine Software in Videos die Gesichter von Personen gegeneinander aus. Damit könnten etwa Gesichter bekannter Schauspielerinnen in Pornos eingesetzt werden.

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Zeugenhinweise nimmt die Polizei unter der Telefonnummer 0202/284-0 entgegen.