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Remscheider Mutter mitangeklagt
Kind im Koma - Freund und Mutter stehen vor Gericht

Remscheid. Am 9. März beginnt am Wuppertaler Landgericht der Prozess gegen die Mutter eines vierjährigen Jungen und deren Lebensgefährten.

Der Fall hatte im vergangenen Herbst in Remscheid hohe Wellen geschlagen. Der kleine Max war am 9. September 2017 schwer zugerichtet in ein Solinger Krankenhaus eingeliefert worden. Angeblich sollte ein epileptischer Anfall schuld gewesen sein.

Doch dann kam heraus: Der Lebensgefährte der Mutter hatte das vier Jahre alte Kind übel misshandelt. Er soll ausgerastet sein, weil der Kleine ins Bett gemacht hatte. Daraufhin soll er den Jungen mit Wucht auf das Sofa gesetzt und ihn dann an die Wand oder auf den Boden geworfen haben, wo das Kind bewusstlos liegen blieb. Die mitangeklagte Mutter soll sich bei diesem Vorfall nicht im Kinderzimmer aufgehalten haben.

Entgegen ihrer Fürsorgepflicht als Mutter soll sie jedoch keine Hilfe geholt und die Gewaltanwendung gegen ihr Kind nicht verhindert haben. Dabei soll sie gewusst haben, dass ihr Lebensgefährte zu erheblichen Aggressionen neigt und den Vierjährigen schon zuvor auf den Boden, an die Wand oder an Gegenstände geworfen haben soll.

Zudem hatte er den Jungen in eine mit kaltem Wasser gefüllte Badewanne gesetzt, in der das Kind ohnmächtig geworden sei. Durch die Gewalt im September hatte der Vierjährige lebensgefährliche Gehirnblutungen erlitten, die eine Notoperation erforderlich gemacht haben sollen. Es seien Lähmungserscheinungen aufgetreten. Auch nach intensiver Rehabilitation ist mit bleibenden neurologischen Defiziten zu rechnen.

(mag)
 
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