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Remscheid
Acht Jahre Haft für Raub auf Pfarrer

Remscheid: Raub auf Pfarrer: acht Jahre Haft für Angeklagten
Ein 28-jähriger Albaner muss lange ins Gefängnis, weil er einen Pfarrer brutal überfallen hat. FOTO: Sebastian Fuhrmann
Remscheid. Am zweiten Verhandlungstag wurden weitere Details dazu bekannt, wie es der Polizei gelungen ist, den Verurteilten zu fassen. Der 28-jährige Albaner überführte sich quasi selbst. Von Tim Harpers

Im Prozess um den brutalen Raub auf einen Remscheider Pfarrer ist das Urteil gefallen. Das Wuppertaler Landgericht verurteilte den Angeklagten, einen 28-jährigen Albaner, wegen schweren Raubes und Körperverletzung zu einer Freiheitsstrafe von acht Jahren. Der Richter folgte damit weitestgehend der Forderung der Staatsanwaltschaft, die neun Jahre gefordert hatte.

Das Gericht sah es als erwiesen an, dass Liridon P. zusammen mit seinem noch flüchtigen Komplizen in der Nacht zum 9. November des vergangenen Jahres in das Pfarrhaus St.Bonaventura in Lennep einbrach.

Pfarrer war mehr als eine Stunde in Gewalt der Räuber

In dem Haus trafen die beiden auf Pfarrer Jürgen Behr, bedrohten ihn mit Messern, malträtierten ihn über eine Stunde lang mit Schlägen und Tritten und zwangen ihn, seine Wertsachen herauszugeben. Mit einem Staubsaugerkabel fesselten sie den Geistlichen an eine Bank. Als seine Peiniger ihn zurückließen, um das Schlafzimmer zu durchsuchen, gelang ihm die Flucht. Der Pfarrer litt unter Todesängesten und ist bis heute in psychiatrischer Behandlung. 

In der Urteilsbegründung stellte das Gericht vor allem die hohe kriminelle Energie heraus, mit der die Tat begangen wurde. Der Richter bezeichnete das Vorgehen der beiden Täter als "besonders brutal und rücksichtslos."

Täter wurde gefasst, weil er gestohlenes Mobiltelefon nutzte

Am zweiten Verhandlungstag wurden Zeugen aus den Reihen der Polizei angehört. Der Verurteilte wurde durch eine Fahrlässigkeit überführt. Den Ermittlern kannten die Identifikationsnummer eines der Mobiltelefone, die die Räuber aus dem Haus des Pfarrers gestohlen hatten. Der Verurteilte nutzte das Handy nach der Tat. So gelangte die Polizei zum Täter. Bei einer daraufhin veranlassten Wohnungsdurchsuchung in einem Asylbewerberheim in Düsseldorf wurden neben der Brieftasche des Opfers auch einige sakrale Gegenstände gefunden, die aus dem Pfarrheim gestohlen worden waren.

Das Teil-Geständnis des Angeklagten wirkte sich nur bedingt strafmildernd aus. Das Gericht erkannte zwar an, das P. seine Beteiligung an dem Verbrechen eingeräumt hatte, verwies aber darauf, dass er seine Rolle bei der Tat offensichtlich habe bagatellisieren wollen. "Für das Gericht steht aber fest, dass beide Täter sich gleichermaßen strafbar gemacht haben", sagte der Richter.

Für Pfarrer Behr war das Urteil eine Erleichterung. "Es geht mir besser", sagte er nach Abschluss der Verhandlung. "Das war jetzt erstmal ein Abschluss." Wo der zweite Täter ist, ist derzeit unklar. Die Ermittler nehmen an, dass sich der Mann auf dem Weg nach Albanien befindet.

 

 

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