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Remscheid
Remscheider SPD will Simon Geiß als Kandidat für Berliner Parlament

Remscheid. Der Vorsitzende der SPD-Ronsdorf erhielt beim örtlichen Votum 65 Stimmen der Vollversammlung. Am 29. September fällt die Entscheidung. Von Stefanie Bona

Die Remscheider Sozialdemokraten werden wohl das Zünglein an der Waage sein, was die Entscheidung der Bundestagskandidatur für den Wahlkreis Remscheid, Solingen und Wuppertal II angeht. Aktuell stehen die Chancen für den Wuppertaler Simon Geiß nicht schlecht. Denn in Remscheid kann der Vorsitzende der SPD-Ronsdorf 65 Stimmen aus der Mitgliederschaft auf sich vereinigen. Auf Ingo Schäfer, seinen Mitbewerber aus Solingen, entfielen bei der Vollversammlung am Samstag 33 Stimmen. Helgo Ollmann, der dritte von ursprünglich fünf Bewerbern um die Kandidatur, hatte sich für den Termin in der Mensa der Sophie-Scholl-Gesamtschule entschuldigt. Er erhielt keine einzige Stimme.

Am Samstagvormittag hatten bereits die Wuppertaler eine Empfehlung für die gemeinsame Delegiertenkonferenz der drei Städte abgegeben und ihrem eigenen Kandidaten deutlich Rückenwind gegeben. 107 Stimmberechtigte sprachen sich für Geiß aus. Schäfer bezog hier mit acht Stimmen eine ähnlich deutliche Niederlage wie Geiß zuvor in Solingen, wo er nur vier, Schäfer hingegen 76 Stimmen erhielt.

Die endgültige Entscheidung, wer bei der Bundestagswahl im kommenden Jahr für die bergische SPD ins Rennen geht, wird bei einer Wahlkreisdelegiertenkonferenz am 29. September von 67 Delegierten der Ortsvereine aus Solingen (33), Remscheid (24), Cronenberg und Ronsdorf (10) gefällt.

Gegenüber der BM betonte Remscheids SPD-Vorsitzender Sven Wiertz, dass die Vertreter bei der Versammlung in ihrer Entscheidung frei seien. Gleichwohl solle der demokratische Meinungsbildungsprozess innerhalb der Mitgliederschaft, von der sich in Remscheid knapp 25 Prozent an der Abstimmung beteiligten, berücksichtigt werden.

Dass Geiß so klar überzeugen konnte, lag nach den Bewerbungsreden nicht unbedingt auf der Hand. Ingo Schäfer gab sich kämpferischer und stellte heraus, dass er durch seine Gewerkschaftsarbeit bereits Kontakte in die Landes- und auch Bundespolitik habe. Doch setzen die Sozialdemokraten in Remscheid auf den jungen Simon Geiß. Der 29-Jährige hat vor allem in der Kommunalpolitik und bei den NRW-Jusos Erfahrungen gesammelt.

Aus den Reihen der Remscheider SPD hatte sich kein Mitglied für eine Kandidatur gewinnen lassen. "In den Ortsvereinen und im Unterbezirk hat es viele Gespräche gegeben. Am Ende zählt aber die Bereitschaft eines jeden Einzelnen", sagte Sven Wiertz der BM. Er selbst hatte bei der Bundestagswahl vor vier Jahren kandidiert und war Jürgen Hardt (CDU) unterlegen. Im vergangenen Jahr hätte Wiertz ins Parlament nachrücken können, lehnte dies aber wegen seiner Verantwortung als Kämmerer für die Stadt Remscheid ab. Dass es an diesem Entschluss Kritik aus Solingen gegeben habe, habe er selbst nur in der Zeitung gelesen. "Ich habe meine Beweggründe erklärt und dafür auch viel Verständnis erfahren."

Quelle: RP
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