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Remscheid
Reul: "In Europa brennt's an vielen Ecken"

Remscheid. Mittelstands- und Wirtschaftsvereinigung der CDU lobt Auszeichnung "Inno-Award" aus. Von Michael Bosse

Die Herausforderungen auf lokaler, nationaler und internationaler Ebene, Politik und Wirtschaft zwischen Remscheid, Berlin und Brüssel - ganz unterschiedliche Themenbereiche sind beim Frühlingsempfang der Mittelstands- und Wirtschaftsvereinigung der CDU Remscheid (MIT) abgeschritten worden. Zu der Veranstaltung im Schützenhaus kamen rund 40 Wirtschaftsvertreter und CDU-Mitglieder. Als Redner berichteten der CDU/CSU-Vorsitzende im EU-Parlament, Herbert Reul, der CDU-Bundestagsabgeordnete Jürgen Hardt und der Landtagsabgeordnete und Kreisvorsitzende der CDU Remscheid, Jens Nettekoven, über aktuelle Fragen.

Einen Blick auf die Stimmungslage in der Europäischen Union warf der EU-Abgeordnete Reul. Was er zu berichten hatte, klang durchaus pessimistisch. In vielen EU-Staaten mache sich immer mehr das Prinzip des Egoismus breit, "zahlreiche Projekte" seien durch den Mangel an Konsens schon gescheitert. Zudem gebe es bei vielen EU-Ländern die Bereitschaft, sich populistischen - und damit anti-europäischen - Strömungen zu beugen. Er sei "wahnsinnig nervös und unsicher", ob das europäische Projekt zu halten sei. "In Europa brennt's an vielen Ecken", räumte Reul ein. Hinzu komme die Volksabstimmung in Großbritannien über einen Austritt des Vereinigten Königreiches aus der EU, der sogenannte Brexit. Den zu verhindern, werde ganz "schön schwierig", prophezeite Reul.

Mit dem Thema Wirtschaftsbeziehungen befasste sich vor allem der Bundestagsabgeordnete Jürgen Hardt. Dem von einigen Wirtschaftsvertretern geforderte Ende der Sanktionen gegen Russland erteilte er eine Absage. Die mit Russland getroffenen Vereinbarungen zur Beilegung des Ukraine-Konflikts seien von der Regierung Putin nicht erfüllt worden. Bei der Aufhebung der Sanktionen gegenüber dem Iran sieht Hardt dagegen Bewegung: "Die Sanktionen werden jetzt systematisch zurückgenommen." Die Banken könnten "tagesaktuell" prüfen, ob sie Geschäfte mit dem Iran durch Darlehen unterstützen dürfen.

Der MIT-Vorsitzende Henner Blecher schätzte die Vergabepraxis dagegen deutlich kritischer ein. Nach seinen Worten scheuen die Banken die Vergabe von Krediten, weil sie im Gegenzug für Geschäfte mit dem Iran amerikanische Strafmaßnahmen befürchteten.

Auf dem Empfang startete die MIT Remscheid zudem den Wettbewerb um den "Inno-Award", der im kommenden Jahr erstmals vergeben werden soll. Mit der Auszeichnung sollen herausragende unternehmerische Ideen und Konzepte aus Remscheid gewürdigt werden, sagte der MIT-Vorstandsbeisitzer Alexander Lampe. Gesucht werden Unternehmen, die technische Innovationen vorangetrieben, nachhaltige Konzepte zur Mitarbeiterentwicklung umgesetzt oder Erfolge bei der Realisierung des Projekts "Industrie 4.0" erreicht haben.

Eine Jury entscheidet unter den Bewerbern, beim nächsten Frühlingsempfang der MIT Remscheid im kommenden Jahr sollen die drei Erstplatzierten ihre Konzepte vorstellen. Aus dem Publikum wird dann der Sieger gekürt. Weitere Infos unter: info@mit-rs.de

Quelle: RP
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