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Remscheid
Rheinlandtaler für Familienforscher

Remscheid: Rheinlandtaler für Familienforscher
Freudestrahlend nahm Carsten Pick die Auszeichnung für seine genealogischen Arbeiten im Deutschen Werkzeugmuseum entgegen. FOTO: Jürgen Moll
Remscheid. Carsten Pick (43) erhielt für seine Arbeit auf dem Gebiet der Genealogie eine Auszeichnung. Von Anna Mazzalupi

Als Carsten Pick die von seinem Urgroßvater eigens verfasste Familienchronik von seinem Onkel in die Hand gedrückt bekam, wurde seine Leidenschaft für die Ahnenforschung geweckt. Er trat bereits mit 15 Jahren dem Bergischen Verein für Familienkunde Wuppertal bei und recherchierte im Remscheider Stadtarchiv seine eigene Familiengeschichte, die auch Wurzeln in Lüttringhausen hat. Dass diese Leidenschaft einmal so weit reicht, dass er für seine Arbeit auf dem Gebiet der Genealogie eine Auszeichnung erhält, hat er damals sicherlich nicht geahnt.

Dem 43-jährigen Wuppertaler wurde am Dienstag im Deutschen Werkzeugmuseum der Rheinlandtaler des Landschaftsverbandes Rheinland (LVR) verliehen. Rund zwei Jahrzehnte lang erfasste der vierfache Vater mit viel Engagement die Einträge aus den Kirchenbüchern von Lüttringhausen, Lennep und Remscheid ab Mitte des 17. Jahrhunderts und wertete sie aus.

Daraus entstanden die neuen Familienbücher der ehemalig eigenständigen Städte, die Pick auch den Stadt- und Pfarrarchiven digital zur Verfügung stellte. "Dass Sie historische Arbeit mit sehr guten Computerkenntnissen zu verbinden wissen und für Ihre genealogische Forschung sogar selbst programmieren, eröffnet Ihnen dabei nicht nur für Ihre Forschung größere Dimensionen der Datenauswertung. Es ist auch als interdisziplinärer Ansatz eine sehr glückliche Verbindung", hob Karin Schmitt-Promny, stellvertretende Vorsitzende des LVR, bei ihrer Laudatio hervor.

Die Kirchenbücher seien nicht nur eine reine Sammlung von Daten wie Alter, Hochzeitstag, Anzahl der Kinder oder Todestag, merkte Pick an. "Man muss sich bewusstmachen, was für ein Schatz diese Kirchenbücher sind. Sie sind ein Speicher an Erinnerungen an lebendige Menschen. Daten können aufschlussreich sein und eine Geschichte erzählen", betonte der Historiker in seiner Danksagung.

Die über 113.000 Beiträge, die Carsten Pick auswertete, erzählen von Seuchen, Einzelschicksalen, vom Glauben, von gesellschaftlichen Gepflogenheiten und vielem mehr.

Die zwischen 2005 und 2014 fertigstellten Familienbücher seien ein Hilfsmittel für alle, die sich für ihre Vorfahren aus dem 17, 18. und frühen 19. Jahrhundert interessieren, merkte auch Oberbürgermeister Burkhard Mast-Weisz an. Carsten Pick selbst habe durch die Einträge viele Zweige des eigenen Stammbaumes hinzufügen können. Auch einen Ahnen seiner Frau Kerstin fand er auf diesem Weg. Ohne die Unterstützung seiner Frau hätte der die Arbeit nicht machen können, betonte er.

Sein Wissen und seine Begeisterung gibt Carsten Pick als Gymnasiallehrer an seine Schüler weiter. Ob er ein neues Genealogie-Projekt in Angriff nimmt, wisse er noch nicht. "Man findet immer etwas", sagte Pick mit einem Lächeln.

Quelle: RP
 
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