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Remscheid
Rhythmische Sportgymnastik

Remscheid: Rhythmische Sportgymnastik
Farben- und Schattenspiel: Die Jon Lehrer Dance Company setzte im Teo Otto Theater Schatten in Bewegung. FOTO: Josef Enzinger
Remscheid. Jon Lehrer Dance Company präsentierte im Teo Otto Theater die Szenenfolge "Shadows in Motion". Von Bernd Geisler

Am Ende standen alle Besucher im vollen Saal des Teo Otto Theaters und spendeten kräftig Ovationen. Die Jon Lehrer Dance Company hatte mit ihrer Szenenfolge "Shadows in Motion" (Schatten in Bewegung) die Leute in ihren Tanz-Bann gezogen.

Was mehr beeindruckte - die laute, knallige Musik, bestimmt durch markante Trommelschläge, die beinahe weh taten und sich schier endlos wiederholten, oder die dazu über den Boden federnden Körper von vier Frauen und vier Männern -, ist schwer zu sagen. Hätten sie in Verbindung mit dem Getrommel nicht mit ihren fleischfarbenen, eng anliegenden Kostümen mit bedruckten fluoreszierenden Mustern einen beschwörenden, schamanischen Eindruck erzeugt, wäre die Deutung einer rhythmischen Sportgymnastik ziemlich naheliegend gewesen.

Doch verbunden mit Breakdance-Elementen, akrobatischen Einlagen und klassischen Ballett-Figuren hoben diese Show-Effekte die tanzenden Gestalten geradezu empor in einen mystischen Olymp der Fabelwesen und allegorischen Gestalten.

Hinzu kamen die Schattenspiele: Aus Sicht des Publikums hinter einer angestrahlten Leinwand getanzt, konnten durch geringfügige Scheinwerferbewegungen die Schatten der Tanzendenden verdoppelt oder auch zu riesigen Figuren aufgeblasen werden: eben "Shadows in Motion".

Das machte zweifellos immensen Eindruck. Auf seiner letzten Russland-Tournee im jahr 2014 hatte das russische "Chukchi-Eskimo Song and Dance Ensemble" Jon Lehrer mit der fremdartigen Kultur der indigenen Tschuktschen des russischen Fernen Ostens in Berührung gebracht. Sie soll ihren Widerhall in der ersten Szene "Chukchi" gefunden haben. Hätte es so nicht im Programmheft gestanden - von alleine wäre einem diese Bedeutung nicht in den Sinn gekommen.

Wie überhaupt: Die schwülstig-kryptischen Beschreibungen der einzelnen Szenen gaben dem Ganzen eine Bedeutung, deren tänzerische Umsetzung im Verborgenen blieb. Wie in "The Way Within": Die Szene biete "einen flüchtigen Einblick in die Lebensreise einer Frau,die ... den richtigen Weg für sich selbst findet", lautet die Beschreibung. Genauso gut könnte Ringelpiez mit Anfassen als "ewiger Kreislauf des Lebens im Miteinander der Natur" gedeutet werden . . .

Sei's drum. Das Publikum ging mit. Es spendete auch zwischendurch reichlich Beifall. "Ich könnte aufstehen und mittanzen", äußerte sich immer noch mit Schwung in den Hüften die Besucherin Margret Kamp in der Pause. Und so wie ihr, schien es vielen Zuschauern zu gefallen.

Nun ja, es war schon etwas anderes, als im Turnverein der Diabetes Gymnastik zuzuschauen. Insofern hatte die John Lehrer Dance Company den begeisterten Besuchern einen schwungvollen, unterhaltsamen Abend geboten.

Quelle: RP
 
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