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Remscheid
Richtig benehmen – aber wie?

Remscheid. Mit einem ungewöhnlichen Seminar wendet sich das Remscheider Berufsbildungszentrum an junge Menschen: Auszubildende sollen lernen, wie sie sich in der Geschäftswelt angemessen verhalten. Von Alexandra Kemp

Hilfsbereit und freundlich zeigt sich Bastian Zwanzig. Er ist Auszubildender zum Mechatroniker im ersten Lehrjahr. Als für das Pressefoto ein Jugendlicher gesucht wird, erklärt er sich gerne bereit, eine typische Situation zu stellen: Er rückt Dozentin Elke Gräßle den Stuhl zurecht. Richtig so. Wäre er Teilnehmer des neuen Benimm-Kursus im Remscheider Berufsbildungszentrum der Industrie (BZI), er würde für diese Leistung wohl ein Lob erhalten.

Mit einem ungewöhnlichen Angebot wendet sich das BZI an junge Menschen. Erstmals sind zu einem Seminar mit dem Titel "Business-Knigge" Auszubildende eingeladen. Die Jugendlichen sollen lernen, wie sie sich in der Geschäftswelt angemessen verhalten. Schließlich lauern dort Stolperfallen: Wie kleide ich mich richtig? Wann darf ich Kollegen duzen? Wie kann ich den Vorgesetzten durch ein professionelles Image überzeugen? Diese und viele weitere Fragen will Dozentin Elke Gräßle an drei Abenden beantworten.

Erscheinungsbild als Visitenkarte

Das BZI erobert damit eine neue Welt, denn bislang bietet es eher gewerblich-technische oder kaufmännische Kurse an. "Doch man kann technisch noch so versiert sein, wenn ich das nicht richtig rüberbringe, bin ich im Nachteil", sagt BZI-Geschäftsführer Michael Hagemann. Er hatte die Idee zu dem Seminar. Das richtige Verhalten beginne bereits bei einem gepflegten Erscheinungsbild, betont Hagemann: "Ich muss mich selbst als meine Visitenkarte begreifen."

Dem stimmt Elke Gräßle zu. "Ich muss neben einer fachlichen Kompetenz auch eine soziale zeigen", sagt sie. Dabei legt sie Wert darauf, dass sie nicht nur die Regeln des Benimm-Papstes Knigge vermitteln will. Sie will auch zeigen, wie die Jugendlichen ihr Image abrunden können und im Umgang mit Kollegen, Vorgesetzten und Kunden gleichzeitig authentisch bleiben. "Denn wahre Höflichkeit kommt aus dem Herzen", sagt sie.

Ihr Fachwissen hat die 53-Jährige bei einer Weiterbildung zur Outfit- und Imageberaterin erworben. Die diplomierte Wirtschaftsingenieurin machte sich mit diesem Wissen selbstständig, als ihre drei Kinder nach der Erziehungspause aus dem Gröbsten raus waren. In der Remscheider Familienbildungsstätte "Die Wiege" gibt sie bereits Benimmkurse für Jugendliche. Die Geschäftswelt war dort allerdings noch nie ein Thema.

Gräßle, die als Wirtschaftsingenieurin auch Ausbildungsleiterin war, freut sich auf den Kontakt mit den jungen Menschen: "Erwachsene glauben, sie können schon alles. Jugendliche sind unvoreingenommener", sagt sie. Vielleicht auch deshalb bietet das BZI ebenfalls erstmals einen Benimm-Kursus für Erwachsene an.

Quelle: RP
 
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