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Remscheid
Richtige Hilfe an High Tech-Puppe üben

Remscheid. Mit Hilfe einer Spende der Sparkasse kaufte das DRK ein Reanimierungsphantom für die Rettungsdienstausbildung Von Anna Mazzalupi

Das Herz schlägt nicht mehr. Der monotone, durchgehende Ton dröhnt laut. Kammerflimmern. Jetzt gilt es schnell zu handeln. 200 Jule werden per Knopfdruck bei der Defibrillation von Daniel Dolz durch den Körper des Patienten gejagt, um das Herz wieder zum Schlagen zu bringen.

Zum Glück ist die Situation nur gestellt, die Dolz, Lehrrettungsassistent des Deutschen Roten Kreuzes Remscheid (DRK), gestern beim Pressetermin vorführte. Der Patient ist nur eine Puppe. Im Ernstfall entscheidet aber das richtige und schnelle Handeln über Leben und Tod. Umso wichtiger ist ein gezieltes Training. Dank des neuen Reanimationsphantoms des DRK, an der nun künftig über 1100 verschiedene Varianten an Herzrhythmen simuliert werden können, wird die Übung zur lebensnahen Probe.

An der Puppe können sowohl Bluthochdruck-, Lungen- oder Herzkrankheiten sowie Traumata realistisch erkannt und behandelt werden. Mittels WLAN sind Steuerungspad und Simulationsbildschirm miteinander verbunden. Die verschiedenen Krankheitssymptome können vom Ausbilder eingestellt und so lebensnah für die Übung dargestellt werden. Medikamentengabe und Handlungsabläufe des Auszubildenden können genau nachempfunden werden. Ob Pulserfühlen, die neuere Intubation durch die Speiseröhre oder das Legen einer Injektion in Vene, Muskel oder Knochen - all das kann an dem Dummy ohne Meckern von angehenden Rettungssanitätern und Notfallsanitätern geübt werden.

"Das ist einzigartig in Remscheid. Selbst die Feuerwehr hat so etwas nicht", sagt DRK-Geschäftsführer Rainer Morteln. Dank einer Spende der Stadtsparkasse Remscheid und Eigenmitteln des DRK konnte die 15 600 Euro teure Investition in das neue Equipment umgesetzt werden. Das war vor allem notwendig, weil die alte Puppe mit ihren 26 Jahren nicht mehr ausreichend den gewachsenen Anforderungen an die Rettungsdienstausbildung entsprach.

Gerade mit dem neuen Beruf des Notfallsanitäters, für den eine dreijährige Ausbildung nötig ist, seien die Erwartungen an die qualifizierten Maßnahmen vor Ort gestiegen, erklärt Dolz. Anstelle der Intubation durch die Luftröhre, werde seit rund sieben Jahren zum Beispiel die Beatmung durch die Speiseröhre durchgeführt. Diese neue Methode konnte an der alten Puppe nicht durchgeführt werden.

"Es war schnell klar, dass wir gerne helfen, damit die qualifizierte Ausbildung der Rettungsdienstkräfte in Remscheid ausgebaut werden kann", sagte Sparkassenvorstand Ulrich Gräfe.

Quelle: RP
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