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Remscheid
Richtiges Händewaschen hilft gegen Keime

Remscheid. Stiftung Tannenhof zeigt eine Ausstellung mit dem Thema "Gemeinsam Gesundheit schützen". Von Anna Mazzalupi

Der Teufel steckt häufig im Detail. Beim Kampf gegen Keime liegt es an der Handhygiene, die in deutschen Krankenhäusern oft vernachlässigt wird. Die Wanderausstellung "Gemeinsam Gesundheit schützen. Keine Keime. Keine Chance für multiresistente Erreger" klärt über Entstehung und Verbreitung von Keimen auf, welche Rolle Antibiotika dabei spielen und wie man mit der richtigen Hygiene eine Ausbreitung verhindert. Bis zum 29. September präsentiert die Stiftung Tannenhof in der Eingangshalle des Jochen-Klepper-Gebäudes als eins von über 180 Krankenhäusern die kostenlose Ausstellung der landesweiten Hygiene-Initiative der Krankenhausgesellschaft Nordrhein-Westfalen.

"Wir haben zwar wenig bis fast gar nicht damit zu kämpfen, aber wir wollen dazu beitragen, den Kreislauf zu durchbrechen", sagt Professor Doktor Nikolaus Michael, stellvertretender Ärztlicher Direktor und Hygienebeauftragter der Stiftung. Als psychiatrische Einrichtung sei die Stiftung ein "Zwitter", weil dort andere Regeln als im herkömmlichen Krankenhäuser gelten. Keime oder Vieren wie MRSA oder Harnwegsinfektionen kämen dann ins Haus, wenn infizierte Patienten aus anderen Einrichtungen, etwa einem Altenheim, in die Stiftung verlegt werden. "Wir sind in dem Fall aber sehr streng und schaffen es, den Erreger einzudämmen", betont Michael.

Weil aber die mangelnde Hände-Hygiene der allgemeine Hauptauslöser ist, will auch die Stiftung das Bewusstsein für regelmäßiges Händedesinfizieren schaffen. Hauptproblem sei häufig das Personal, erklärt der Hygienebeauftragte. Aber auch Besucher und Patienten sollten das Thema nicht vernachlässigen. Neben den ausführlichen Infotafeln, die auf den Buchstaben zu dem Slogan "Keine Keime" abgedruckt sind, kann man auch an einem Automaten mit fluoreszierender Mittel sehen, ob man alles richtig gemacht hat. "Das betrifft alle Berufsgruppen", betont Pfarrer Uwe Leicht. Das schließe den Ergotherapeuten genauso ein wie die Mitarbeiter in der Küche. Deutschland liege trotz zahlreicher Kontrollen und Vorkehrungen im internationalen Vergleich weit hinten, was die Verbreitung von Keimen anbelangt. Skandinavische Länder sind das Paradebeispiel für eine funktionierende Handhygiene, ergänzt Michael. Weil die Flüssigkeit von Desinfektionsmittel-Spender von suchtkranken Menschen häufig missbraucht wird, sind die Mittel in der Stiftung am Visitenwagen befestigt. Einige Mitarbeiter tragen kleinere Flaschen bei sich.

Quelle: RP
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