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Remscheid
Röntgen-Gymnasium kooperiert mit Alter Synagoge in Wuppertal

Remscheid. Die zunächst auf zwei Jahre vereinbarte Partnerschaft soll Grundlagen für ein regelmäßiges Erinnern an Greueltaten der Nationalsozialisten schaffen. Von Stefanie Bona

Düster und sehr persönlich sind die Erinnerungen, die der Projektkurs "Verfolgungsgeschichte in unserer Region" am Röntgen-Gymnasium von einer Reise zur Gedenkstätte Buchenwald mitbrachte und in einem kurzen Film festhielt. Die Oberstufenschüler riefen in bewegten Bildern die Orte ins Gedächtnis, wo Menschen zu Tausenden im Nahe Weimar gelegenen ehemaligen Konzentrationslager Buchenwald gequält, gefoltert und getötet wurden.

Angefangen vom zynischen Spruch "Jedem das Seine" über dem Tor bis hin zur Ermahnung, die Schrecken der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft nie zu vergessen. Für manche der Kursmitglieder, so zeigen die den Film flankierenden Wortbeiträge, war der Besuch an den Schauplätzen des tausendfachen Mordens schwer zu ertragen. Trotzdem: "Solche eine Fahrt ist ein wichtiger Baustein für die eigene Bildungsbiographie und die Entwicklung der Persönlichkeit", findet Antonia Dicken-Begrich, Vorsitzende des Fördervereins der Begegnungsstätte Alte Synagoge Wuppertal. Gemeinsam mit Schulleiter Matthias Lippert und Schülersprecherin Clara Lambotte unterzeichnete sie einen Kooperationsvertrag. Auch Nordrhein-Westfalens Schulministerin Sylvia Löhrmann besiegelte beim Festakt zum 100-jährigen Schuljubiläum die neu geschlossene Bildungspartnerschaft.

Zunächst ist die Zusammenarbeit auf zwei Jahre vereinbart - mit der Option der Verlängerung. Die Kooperation sieht unter anderem regelmäßige Besuche von Schülergruppen in der Wuppertaler Begegnungsstätte vor. Es soll einen Austausch mit den Lehrern und Lehrerinnen geben. Außerdem haben die Gymnasiasten Gelegenheit, bei ihrer in der Oberstufe vorgeschriebenen Facharbeit Unterstützung durch die Fachleute der Alten Synagoge zu erhalten, sollten sie ein Thema wählen, das sich auf jüdisches Leben in der Region oder den Holocaust bezieht. "Unsere Aufgabe ist es, die Erinnerung wachzuhalten. Das bedeutet, das wir die junge Generation für das Erinnern gewinnen müssen", hob die Vereinsvorsitzende hervor. Dazu solle die Bildungspartnerschaft feste und verbindliche Strukturen schaffen. Das RöGy ist die erste Schule in Remscheid und der Region, die eine solche Zusammenarbeit eingegangen ist. "Ich danke Ihnen, dass Sie bei dem breiten Netzwerk, das sie ohnehin schon haben, ein weiteres hinzugenommen haben", sagte Antonia Dicken-Begrich.

Quelle: RP
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