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Remscheid
Rühl: Rotstift darf nicht Programmgestalter werden

Remscheid. Die Vorsitzende der Senioren Union blickt mit Sorge auf die finanzielle Situation des Teo Otto Theaters. Von Christian Peiseler

Gegen die Sparmaßnahmen beim Gastspieletat des Teo Otto Theaters wehrt sich Elke Rühl, Vorsitzende der Seniorenunion. "Das Teo Otto Theater ist Kern unserer Kultur in Remscheid. Während wir uns alle auf ein Kino in Remscheid freuen, das vor allem von jüngeren Menschen besucht werden dürfte, wird unser Theater, das vor allem von mittelalten und älteren Mitbürgern frequentiert wird, entkernt. Ich möchte mir meine Heimatstadt ohne ein Theater nicht vorstellen. Wenn der Rotstift weiter angesetzt und der Spielplan zusammengestrichen wird, dann bleibt bald nur noch das schöne Gebäude unseres Theaters übrig - gleichsam eine leere Hülle", heißt es in einer Stellungnahme von Elke Rühl.

Das Teo Otto Theater ist in eine Schieflage geraten. Es fehlen 111.000 Euro. Das ist nicht das Ergebnis von Misswirtschaft, sondern die Konsequenz aus den letzten Sparbeschlüssen, die nun zu Buche schlagen. Innerhalb der vergangenen zwei Jahre hat die Politik Theaterleiter Christian Henkelmann mächtig in die Kasse gegriffen. Zunächst waren es auf einen Schlag 50.000 Euro aus dem Gastspieletat. Es folgten im vorigen Jahr und in diesem Jahr jeweils 25.000 Euro. Das Geld wurde genommen, um die chronisch unterfinanzierte Orchester GmbH der Bergischen Symphoniker zu stützen. Zum ersten Mal in der Geschichte des Theaters übersteigt der Etat für Auftritte mit dem Orchester (345.000 Euro) den Etat für Schauspiel, Tanz, Musical und andere Produktionen (330.000 Euro). Insbesondere Senioren seien an einem guten Theaterprogramm interessiert, schreibt Rühl. Sie wollten nicht, dass das Theater gegen die Bergischen Symphoniker und andere Einrichtungen dieser Stadt ausgespielt wird. Dies wäre "kultureller Kannibalismus". Das Thema wird nächsten Dienstag im Kulturausschuss behandelt.

Quelle: RP
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