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Remscheid
Russische Spezialitäten versüßen den "Nasch Markt"

Remscheid. Lebensmittel des russischen Ladens sind vor allem bei Russen und Polen gefragt, deutsche Kunden reizen sie weniger. Von Anna Kaiser

Bei dem Namen "Nasch Markt" erwartet man als deutscher Kunde nicht, dass sich dahinter ein russischer Spezialitäten-Laden verbirgt. "Nasch heißt auf Russisch unser", erklärt die Inhaberin Irina Chapurin. So könne der Name sowohl auf Deutsch als auch auf Russisch verstanden werden. "Außer russischen Lebensmitteln bieten wir auch deutsche Naschereien an", sagt Chapurin. In der Nähe sind Schulen, daher kaufen dort einige Kinder ein, ergänzt die Verkäuferin.

Neben ihr und ihrem Mann arbeitet noch eine weitere Mitarbeiterin in dem Laden, der seit zwei Jahren in der Hans-Potyka-Straße 2 zu finden ist. "Den ersten Spezialitätenladen haben wir 2008 eröffnet, der befand sich nur ein paar Hausnummern weiter", sagt Chapurin. Die Größe des Ladens hätte jedoch mit der Zeit nicht mehr ausgereicht.

Auffällig ist, dass bei vielen Produkten die Firma und die Produktbeschreibung nicht nur auf Russisch, sondern ebenfalls auf Deutsch steht. "Der Großteil der Lebensmittel wird in Deutschland produziert, natürlich nach russischem Rezept", sagt die Inhaberin. Der Weg sei zu lang, um alle Lebensmittel aus Russland zu importieren, ergänzt sie. Einige Produkte wie zum Beispiel die meisten Backwaren werden nichtsdestotrotz auf diesem Wege geliefert. Damit auch die deutschensprachigen Kunden wissen, worum es sich bei dem Produkt handelt, informiert ein Aufkleber über die Inhaltsstoffe und mehr.

Die Kunden des Spezialitätenladens, die aus Remscheid und Umgebung kommen, seien zu 90 Prozent Menschen, die aus Russland oder Polen stammen. Somit machen die Deutschen nur einen geringen Teil der Kundschaft des Spezialitätenladens aus. "Ab und an kaufen Leute bei uns ein, die früher in der DDR gelebt haben und unsere Produkte kennen", sagt Chapurin. Einige Kunden würden nach Rezepten fragen von Gerichten, die sie probiert haben.

Beliebt seien die Waffelblätter mit der gezuckerten und karamellisierten Kondensmilch. Die angebotenen Fertiggerichte wie Pelmeni oder Blini kämen bei der russischen Kundschaft besser an, "vereinzelt probieren auch Deutsche die Gerichte, aber eher selten", sagt Chapurin. Das selbe gelte auch für die auffällig verzierten Torten in der Kühltruhe. "Die sind sehr süß, und das mag nicht jeder", ergänzt die Inhaberin.

Eine Kundin des "Nasch Marktes" kauft dort Fleisch, Fisch oder Süßigkeiten. "Ich komme aus Kasachstan und da war es unheimlich schwer an "Sguschonka", die gezuckerte Kondensmilch zu kommen. Hier muss ich nur über die Straße gehen", sagt Polina Krenz.

Im Übrigen besuche sie den Laden gerne wegen der Zeitschriften, um russischen Lesestoff zu haben.

Quelle: RP
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