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Henner Blecher
Sägeblatthersteller erlebt "rasante Entwicklung"

Remscheid. Der Gesellschafter leitet seit 30 Jahren die August Blecher KG. Werkzeugbauer beschäftigt derzeit 60 Mitarbeiter.

Remscheid Einen runden "Geburtstag" als geschäftsführender Gesellschafter hat Henner Blecher gefeiert. Seit nunmehr 30 Jahren leitet er die Geschicke der August Blecher KG, einem der führenden Hersteller von Kreissägeblättern und Kreissägemessern. Die BM sprach mit dem 62-Jährigen.

Herr Blecher, Sie produzieren und liefern weltweit Sägeblätter und Kreismesser unter anderem für die Stahl- oder Hygienepapierindustrie. Wie hat sich das Geschäft verändert?

Blecher Wir haben in den vergangenen Jahren eine rasante Entwicklung erlebt. Als ich 1986 die Leitung übernahm, gab es noch etliche Sägeblatthersteller in der Region. Davon sind jetzt nur noch wenige geblieben. Wegen der Konkurrenz mit Billigprodukten vor allem aus Asien müssen wir auf der technischen und fertigungstechnischen Seite immer wieder nachrüsten. Dank neuer Hartmetalle können wir heute zum Beispiel Sägeblätter herstellen, die Werkstoffe zerspanen, an die vor 20 Jahren nicht zu denken war.

Das heißt: Qualität ist das A und O, billig produzieren können auch andere?

Blecher: Wir müssen auf Qualität setzen, um am Markt bestehen zu können. Um den Anschluss nicht zu verlieren und technisch auf dem aktuellen Stand zu bleiben, haben wir unser Produktportfolio in den vergangenen Jahren immer wieder verändert oder ausgetauscht: So fertigen wir heute weniger kleine Sägeblätter als früher - weil sich die Fertigung dieser kleinen Produkte mit Vergleich zu den internationalen Herstellern nicht rechnet.

Wie sieht der Kundenstamm ihrer Firma aus?

Blecher: Wir haben weltweit etwa 200 bis 300 Kunden, die wir regelmäßig beliefern. Rund 60 Prozent gehen auf den europäischen Markt. Aber wir haben auch Kontakte nach Asien und Amerika. In den USA profitieren wir derzeit vom Fracking-Boom. Nach der Aufhebung der Sanktionen gegen den Iran möchten wir die Kontakte dorthin, die es in der Vergangenheit schon gegeben hatte, wieder neu beleben.

Haben Sie Probleme durch die Krise in der deutschen Stahlbranche?

Blecher: Die Aufträge aus Deutschland gingen schon zurück. Dafür hat sich die Produktion auf Aufträge von Kunden aus anderen Ländern verlagert - zum Beispiel nach Indien oder dem arabischen Raum. Das gleicht sich etwas aus. Grundsätzlich ist aber schon feststellbar, dass die alten Märkte an Bedeutung verlieren

Wie viele Beschäftigte haben Sie?

Blecher: Wir haben 60 Mitarbeiter. Neben dem Hauptsitz an der Wüstenhagener Straße unterhalten wir auch noch eine Service-Station in Tschechien.

MICHAEL BOSSE FÜHRTE DAS INTERVIEW

Quelle: RP
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