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Remscheid
"Salon-Löwen" spielen Abba und Brecht

Remscheid: "Salon-Löwen" spielen Abba und Brecht
Ausverkauft war das Foyer des Teo Otto Theaters beim Konzert der "Salon-Löwen", ein Ensemble der Bergischen Symphoniker. FOTO: Nico Hertgen
Remscheid. Mitglieder der Bergischen Symphoniker holten bei einem Konzert den "Broadway ins Bergische". Von Stefanie Bona

Die Aussicht auf ein Programm voller populärer Weisen lockte am Sonntagmorgen viele Musikfreunde ins Teo Otto Theater. Dabei bewiesen die "Salon-Solisten" - allesamt Mitglieder der Bergischen Symphoniker -, dass dieses Orchester ganz fabelhaft zu unterhalten weiß und das auf hohem Niveau.

Ein bunter Blumenstrauß von bekannten Melodien brachte den "Broadway ins Bergische", wobei die Besetzung mit zwei Violinen, Violoncello, Kontrabass, Flöte, Klarinette und Klavier bestens dazu angetan war, auch Titel mit deutlichen Jazz-Elementen wie etwa aus George Gershwins "Porgy and Bass" oder der "West Side Story" von Leonard Bernstein zu präsentieren.

Der Auftakt mit dem Gassenhauer "Ein Freund, ein guter Freund" aus der deutschen Filmoperette "Die Drei von der Tankstelle" hatte geradezu Mitsingpotenzial. Sinfonischen Charakter stellten die Musiker beim Potpourri aus dem Broadway-Musical "The Sound of Music" mit der Musik von Richard Rodgers genauso wie bei der Zusammenstellung aus Lloyd-Webbers "Jesus Christ Superstar" heraus.

Und fehl am Platze war auch nicht das mit dem prägnanten Klavierpart gespielte "Money, Money, Money", dem Hit des größten Schweden-Imports nach Ikea, denn immerhin haben es die Abba-Titel mit "Mamma Mia" ebenso zum Musical gebracht. Komplex der Ausflug in die "Dreigroschenoper", wo die verschiedenen Themen der Musik Kurt Weils - inklusive des von Flötistin Doris Lange-Haunhorst und Marlies Klumpenaar auf der Klarinette pittoresk dargebotenen "Haifisch-Songs" - brillant aufgegriffen wurde. Bezaubernd auch das Wiederhören mit den Stücken aus "Porgy and Bess", wo etwa die Klarinette das legendäre "It ainQt neccessarily so" behutsam anspielte, was dann von Martin Haunhorst an der ersten Violine gekonnt fortgesetzt wurde - sicher einer der schönsten Titel des Vormittags. Natürlich fehlte auch "My fair Lady" als einer der Musical-Klassiker schlechthin nicht. Simon Roloff, Schlagzeuger bei den Bergischen Symphonikern, bewies seine Qualitäten als Pianist und sorgte zudem mit einfachem Fingerschnipsen bei der "West Side Story" für den entsprechenden Rhythmus. Das Ensemble, zu dem weiterhin Geigerin Angela Christen, Kontrabassist Marco Göhre und der informativ und unterhaltsam moderierende Cellist Christian Kircher gehören, harmonierte hervorragend und jeder Instrumentalist konnte sich mal hier, mal da in den Mittelpunkt spielen. Dass ihnen der gemeinsame Auftritt Freunde bereitete, zeigten die Musiker durch ihre große Spielfreude. Als willkommene Abwechslung zum Orchesteralltag bezeichnete Christian Kircher den Ausflug als "Salon-Solisten", die sich in die schönen Melodien gleichwertig einbringen konnten.

Quelle: RP
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