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Remscheid
Sana-Seminar - im begehbaren Herz wird Medizin verständlich erklärt

Remscheid: Sana-Seminar - im begehbaren Herz wird Medizin verständlich erklärt
Besucherinn Gisela Ulisch steht gerade mitten in der rechten Herzkammer. FOTO: Michael Schütz
Remscheid. Die Herzgesundheit stand im Fokus des Patientenseminars am Sana-Klinikum, und die Gastgeber wurden von interessierten Gästen geradezu überrollt. Stühle mussten herbeigeschleppt werden, selbst von der Empore rund um das Forum Ovale verfolgten die Besucher die Vorträge. Von Stefanie Bona

"Dieser überwältigende Andrang freut uns sehr. Das ist ein Zeichen der Wertschätzung für die Mühe, die wir uns mit dieser Veranstaltung gegeben haben", sagte Professor Dr. Burkhard Sievers, Chefarzt der Klinik für Kardiologie, Angiologie, Pneumologie und Intensivmedizin, gegenüber der BM.

In ihren Vorträgen bemühten sich Chef- und Oberärzte um eine gute Verständlichkeit der angesprochenen Themen. Überdies konnten sich die Zuhörer in ein begehbares, mannshohes Herz begeben. Dort wurde anschaulich, wo moderne Medizin heute ansetzt, um bei Herzerkrankungen dem Patienten zu neuer Lebensqualität und Leistungsfähigkeit zu verhelfen. Wo sitzt der Stent? Wo kann eine Mitralklappenprothese eingesetzt werden? Und wo verläuft eigentlich ein Bypass, um Gefäßengstellen zu umgehen?

Viele gezielte Fragen beantwortete Oberarzt Dr. Oliver Darmstädter, während er mit den Besuchern das Herzmodell erkundete. Ausführlich widmeten sich die Experten dem schwachen Herz, seinen Vorboten, Gefahren und den umfassenden Behandlungsmöglichkeiten. 3,5 Prozent der Gesamtbevölkerung in Deutschland seien von dieser Diagnose betroffen. Die Sterblichkeit liege bei über 50 Prozent, erläuterte Professor Sievers in seinem Einführungsvortrag. Typische Symptome seien Luftnot, anhaltende Müdigkeit, Leistungsschwäche und Gewichtszunahme durch Wassereinlagerungen. Ursachen können ein Herzinfarkt und der damit einhergehende Verlust an Muskelmasse, eine Herzmuskelentzündung, aber auch ein unbehandelter Bluthochdruck oder ein Herzklappenfehler sein. Steuere man nicht medikamentös, mit den Möglichkeiten einer Herzklappenreparatur - was heute auch minimalinvasiv über die Leiste erfolgen kann - oder mit einem Schrittmacher entgegen, könne die Situation für den Betroffenen gefährlich und lebensbedrohlich werden. Die Mediziner gaben dem Publikum ausreichend Zeit, Fragen zu stellen. Dabei fiel auf, dass viele Menschen gut informiert ihre Anliegen vorbrachten. "Wir stellen auch im Klinikalltag fest, dass die Patienten sich eingehend mit ihrer Erkrankung beschäftigen", berichtete der Chefarzt.

Angelika Stockhaus begleitete ihre Mutter, die sich im Sana-Klinikum erfolgreich einem Eingriff an der Herzklappe unterzogen hatte. "Auch für uns sind die Informationen interessant. Man wird älter und muss sich damit auseinandersetzen", sagte Angelika Stockhaus, die ihren Mann Bernd mit ins Forum Ovale gebracht hatte.

Am Beispiel einer inzwischen 89-jährigen, rüstigen und lebensfrohen Patientin stellte Professor Sievers klar, dass sich ältere Menschen mitnichten ihrem Schicksal eines schwachen Herzens ergeben. "Wir können ihnen heute moderne Verfahren anbieten, damit sie im Alltag wieder mobil sind", sagte der Kardiologe.

Quelle: RP
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