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Remscheid
Sanierung - Lutherkirche auf der Zielgeraden

Remscheid: Sanierung - Lutherkirche auf der Zielgeraden
Das Mauerwerk des Turms der Lutherkirche ist saniert. An Teilen des Daches des Kirchenschiffs wird noch gearbeitet. FOTO: Jürgen Moll
Remscheid. Am 9. Oktober will die Gemeinde den Abschluss der Bauarbeiten an dem maroden Mauerwerk feiern. Die Sparkasse übergab gestern eine Spende von 25.000 Euro. Die Glocken läuten bereits wieder. Von Christian Peiseler

Nach der Presbyteriumssitzung der Lutherkirchengemeinde vor drei Jahren hat Pfarrer Ulrich Wester gedacht, die Lutherkirche müsse geschlossen oder zumindest der Turm abgebaut werden. Der Krankheitsbefund für das Bauwerk war niederschmetternd. Die geschätzten Kosten für die Sanierung der Kirche mit etwa 2,8 Millionen Euro utopisch hoch. Auch Frank Dehnke, Vorstandsvorsitzender der Sparkasse Remscheid, musste erst einmal tief durchatmen, als er die Kostenplanung sah. "Das wird sehr schwierig", hat der Banker zu sich gesagt.

Doch was vor drei Jahren unmöglich erschien, entpuppt sich heute als eine Erfolgsgeschichte. Im Oktober werden die Bauarbeiten an der Lutherkirche beendet sein. "Dann muss hundert Jahre lang keiner mehr aufs Dach", sagte Wester gestern bei einem Informationsgespräch über den Stand der Dinge. Auch die Kosten bleiben im geplanten Rahmen.

Frank Dehnke, Vorstandssprecher der Sparkasse Remscheid, übergab gestern 25.000 Euro an Pfarrer Ulrich Wester für die Lutherkirche. FOTO: C. Peiseler

Wie in einem ordentlich geführten Haushaltsbuch veröffentlichte die Gemeinde einen Finanzierungsplan. Eigenanteil: 1.080.000 Euro, Gesamtverband Alt-Remscheid: 1.000.000 Euro, Zuschuss Kirchenkreis Lennep: 300.000 Euro, Zuschuss Denkmalschutz: 150.000 Euro. Der Rest wird aus Spenden finanziert. Die Summe ist gestern auf 263.000 Euro gestiegen. Frank Dehnke übergab zum zweiten Mal einen Scheck in Höhe von 25.000 Euro. Das Engagement der Sparkasse für den Erhalt der Lutherkirche mit insgesamt 50.000 Euro begründete Dehnke mit der stadtbildprägenden Bedeutung des Bauwerks. "Die Lutherkirche ist die Kirche in Remscheid schlechthin", sagte Dehnke. Am Anfang habe er schlaflose Nächte gehabt, gestand Pfarrer Wester gestern. Der Rückenwind durch die vielen Spender und Unterstützer in den vergangenen zwei Jahren machten ihn heute dankbar. "Nach jedem Gottesdienst ist immer ein kleiner Geldbetrag in der Sammelbüchse", berichtete Kirchbaumeister Lothar Elbertzhagen.

Vor gut vier Jahren hatte die Fassade einen Zustand erreicht, der für die Kirchgänger eine Gefahr darstellte. Steine bröckelten aus dem Gemäuer. Architekt Florian Böker hat sich das Mauerwerk daraufhin einmal genauer angeschaut und festgestellt, dass das Regenwasser vom Dach direkt ins Mauerwerk eingedrungen war. Feuchtigkeit und Frostbruch haben großes Unheil angerichtet. Beim Beginn der Sanierung standen die Dachdecker und Zimmermänner vor physikalischen Rätseln. Sie wunderten sich, wie manche Balkenkonstruktion noch die Gesetze der Statik erfüllen konnten. Sogar Spuren eines alten Schwelbrands entdeckten die Dachdecker unter der Verschieferung.

Am 9. Oktober will die Lutherkirchengemeinde mit einem großen Gottesdienst feiern. Das Gerüst ist bis dahin abgebaut, die letzten Feinarbeiten erledigt. Das über mehrere Monate ausgesetzte Glockengeläut ist seit Ostermontag wieder in Betrieb.

"Die Leute haben nie nach der Höhe des Gerüsts gefragt, sondern immer nur nach den Glocken", sagte Wester. Remscheid ohne Lutherkirche - das war für viele Bürger unvorstellbar.

Quelle: RP
 
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