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Remscheid
Schachmeister besiegt 17 Gegner

Remscheid. Höhepunkt der Schachtage im Allee-Center : Bernd Schneider, Deutscher Meister, bat zum Simultanturnier und fegte in vier Stunden alle vom Brett. Von Bernd Geisler

17 Spieler gegen einen? Ist das fair? "Das macht Spaß", sagt Dieter Werner, Schachwart im Allee-Center. Er organisierte die diesjährigen Schachtage in dem Einkaufszentrum. Das Simultanturnier am Samstag bildet den Höhepunkt: Der mehrfache Deutsche Meister und Internationale Meister des Schachs, Bernd Schneider, stellt sich gleichzeitig 17 Herausforderern.

Dabei geht Schneider von Brett zu Brett - er spielt bei allen die weißen Figuren - und macht seinen Zug. Sein Tempo verblüfft. Ein kurzer Blick, er erfasst die Lage und zieht eine Figur. Und schon wechselt er zum nächsten Gegner. Dieser kann so lange denken, bis Schneider wiederkommt. Schneider dagegen muss sich von Brett zu Brett jeweils auf eine andere Situation einstellen. Trotzdem: "Die meisten haben keine Chance", sagt Frank Lünenschloss, 1. Vorsitzender der Schachfreunde Lennep (sf-lennep.de). Er hilft mit bei der Organisation des Turniers. Zum einen habe Schneider ohne Zweifel alle gängigen und auch weniger bekannten ersten Spielzüge ("Eröffnungen") im Kopf, sagt er. Zum anderen sei ein Internationaler Meister ein Spieler der Spitzenklasse.

Bernd Schneider nimmt sich sogar zwischendurch die Zeit, ein paar Fragen zu beantworten. Warum macht ihm Simultanspiel Spaß? "Es ist interessant und jedes Mal eine wichtige Erfahrung", sagt er. Er lerne immer wieder neue Leute kennen. Hat er den kompletten Verlauf jedes einzelnen Spiels im Kopf? "Insoweit, dass mir eine zwischenzeitliche Veränderung der Situation auffällt." Manche Zuschauer können über eine solche Gedächtnisleistung nur verwundert den Kopf schütteln. Jan Krebs (31) sitzt am Brett 17. Er hat beim vorherigen Blitzturnier gewonnen und sich spontan entschieden, beim Simultanspiel mitzumachen. Seine Aussicht, zu gewinnen, schätzt er als "nicht groß" ein. Soeben hat er einen Bauern verloren. Mitspieler Hans Koch weiß, dass er nicht gegen Schneider gewinnen kann. "Aber die Chance, gegen einen Internationalen Meister zu spielen, darf man sich nicht entgehen lassen." Auch der jüngste Spieler, Leon Schmittkamp (9), zählt zu den Verlierern. "Das ist nicht schlimm", sagt er. Es habe trotzdem Spaß gemacht. Das beste Ergebnis errang der älteste Teilnehmer (80): ein Remis.

Quelle: RP
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