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Remscheid
Schaufenster mit Stein zerstört - Staatsschutz ermittelt

Remscheid: Schaufenster mit Stein zerstört - Staatsschutz ermittelt
BU: Beweisstück der Polizei – der massive Stein, den ein Unbekannter ins Schaufenster des Lotsenpunkts warf, misst 50 mal 20 Zentimeter. FOTO: Polizei
Remscheid. Erneut war der Lotsenpunkt in Remscheid-Lennep Ziel einer mutmaßlichen Attacke gegen Flüchtlingshelfer. Ein Unbekannter warf einen Stein in das Schaufenster der Caritas-Einrichtung. Nun untersucht die Polizei den Wurfgegenstand auf DNA-Spuren. Von Bernd Bussang

Der Lotsenpunkt der Caritas in Lennep, dessen Mitarbeiter sich auch in der Flüchtlingshilfe engagieren, ist erneut zum Ziel einer Attacke mit vermutlich politischem Hintergrund geworden. Der Staatsschutz der Polizei, der für politisch motivierte Straftaten zuständig ist, hat Ermittlungen aufgenommen.

Wie die Polizei am Montag berichtete, hat ein Unbekannter am Donnerstagabend die Schaufensterscheibe des Lotsenpunkts an der Kölner Straße mit einem massiven Stein eingeworfen. Diesmal ist der Täter wenn auch nicht erkannt, so doch gesehen worden. Anwohner hatten gegen 22.40 Uhr einlautes Klirren gehört und waren aufmerksam geworden. Ein Anwohner begegnete dem Unbekannten am Tatort und sprach ihn an. Der Mann suchte sofort das Weite und verschwand in Richtung Splittergasse. Der Zeuge beschreibt den Unbekannten so: Er war etwa 1,90 Meter groß und trug eine schwarze Skimaske mit Sehschlitzen, so dass sein Gesicht nicht erkennbar war. Er ist korpulent und hatte einen auffällig behäbigen Gang. Er war mit einer schwarzen Jacke, blauen Jeans und Sportschuhen bekleidet.

Die Polizei hat den Stein sichergestellt. Er wird nun auf DNA- und Faserspuren untersucht. Er gleiche einem Baustein, der etwa zur Abgrenzung von Gärten oder sonstigen Grundstücken benutzt werde, sagt Polizeisprecherin Anja Meis, und sei so schwer, dass es wahrscheinlich sei, dass der Täter ihn mit einem Auto zum Tatort transportiert habe. Die Polizei fragt: Wem ist ein solcher Stein abhanden gekommen? Auch Zeugen, die sonstige Hinweise zum Geschehen am Tatabend machen können, werden gebeten, sich unter Telefon 0202-2840 zu melden.

Die jüngste Attacke ist offenbar ein weiterer Vorfall in einer Kette von Gewaltakten in Remscheid, die sich offenbar gegen Flüchtlingshelfer richten. Bereits zum dritten Mal ist der Lenneper Lotsenpunkt Ziel von Wurfattacken geworden. Zwei mal hatte es zu Beginn des Jahres den Flair Weltladen in Lüttringhausen erwischt. In allen bisherigen Fällen waren die Opfer in unterschiedlicher Weise in der Flüchtlingshilfe aktiv. Einer Sympathisantin von "Remscheid tolerant" war die Heckscheibe ihres Autos eingeworfen worden, auch ein Fahrzeug der Diakonie am evangelischen Gemeindezentrum am Höhenweg war massiv beschädigt worden. Der polizeiliche Staatsschutz hat nach den ersten Vorfällen eine Ermittlungskommission eingesetzt, bisher ohne greifbares Ergebnis.

Quelle: RP
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