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Remscheid
Schildkröten-Suche im Stadtparkteich

Remscheid. Die Tiere wurden illegal ausgesetzt und sollen umgesiedelt werden. Bislang aber verlief die Suche von Veterinäramt und Technischen Betrieben erfolglos. Wohin die Reptilien umgesiedelt werden, ist noch unklar. Von Anna Mazzalupi

Der Bagger ist das Einzige, was nicht zu tief im Schlamm versinkt. Schaufel für Schaufel gräbt das Gerät des Technischen Hilfswerks (THW) den Schlamm um. Mit großer Vorsicht wird die Masse abgetragen, schließlich sollen Tiere, die sich möglicherweise im Schlamm verbergen, nicht zu Schaden kommen. Der Fund im wasserlosen Stadtparkteich gestern: Teichmuscheln.

Unter Aufsicht des Veterinäramtes wurde eine Rille in den Schlamm gegraben, die sich in den nächsten Tagen mit Wasser füllen soll. Auf diese Weise erhoffen sich Mitarbeiter von Stadt und Veterinäramt, die sogenannten Rotwangen-Schmuckschildkröten einfangen zu können, die sich in dem Teich ausgebreitet haben. Der Grund für die Maßnahme: Die Tiere sollen umgesiedelt werden.

Gestern morgen hatten die Tiere aber offensichtlich noch wenig Lust auf einen Umzug. Die Spuren der Schildkröten, die noch im Schlamm zu sehen waren, führten die Suchenden zum Schilf. "Wir vermuten, dass sie sich darin versteckt haben. Wir haben es zwar abgesucht, aber es ist einfach zu dicht", erklärte Maike Becker vom Veterinäramt.

So kam es dann auch, dass die mitgebrachten Kescher nicht zum Einsatz kamen - die etwa 40 bis 50 Zentimeter großen Tiere, die ursprünglich in Nordamerika beheimatet sind, ließen sich im Dickicht schlichtweg nicht ausmachen.

Die Hoffnung liegt nun darauf, dass die vom Bagger gegrabene Rille ihren Zweck erfüllt und die Schildkröten mit ihrer Hilfe entdeckt und gefangen werden können. Die Tiere wurden illegal im Teich ausgesetzt und verdrängen dort die heimischen Lebewesen. Wo die Schildkröten ein neues, geeignetes Zuhause finden werden, ist derzeit noch unklar. Gemeinsam mit dem Artenschutzzentrum Metelen solle besprochen werden, wohin die Tiere umgesiedelt werden und ein Zuhause finden können, erklärte Becker.

Die Art der während der Schildkröten-Suchaktion gefundenen Teichmuschel konnten gestern vor Ort noch nicht eindeutig bestimmt werden. Für die Bestimmung ist die untere Landschaftsschutzbehörde zuständig. Die Vermutung von Veterinäramts-Mitarbeiterin Maike Becker: Auch sie wurden im Teich ausgesetzt.

Quelle: RP
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