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Remscheid
"Schirmspitzen" nehmen Tücken des Alltags humorvoll aufs Korn

Remscheid. Die "Schirmspitzen", das erste Remscheider Kabarett-Ensemble, machte sich beim Auftritt bei der Reihe "Wein und Käse" im bis auf den letzten Platz gefüllten Gemeindehaus der Luther-Kirchengemeinde daran, mit Spitzen gegen Missstände aus Politik und Alltag vorzugehen. Das gelang mal hervorragend, dann aber auch mal weniger erfolgreich. Die zahlreichen Gäste waren dennoch sehr zufrieden und applaudierten nach den Sketchen lautstark. Von Hagen Thiele

Abhörskandal, Krawalle bei Fußballspielen, Mängel im Gesundheitssystem - die Themen waren so brisant wie vielseitig. Dennoch hatten die "Schirmspitzen" ihre besten Momente dann, wenn sie sich auf das Kleine und Alltägliche konzentrierten, eben das, was jeder schon so oder so ähnlich am eigenen Leib erlebt und sich darüber geärgert hat.

Für ein herzhaft lachendes Publikum sorgte beispielsweise jener Sketch, der ein streitendes Ehepaar darstellte. Auslöser des Konflikts war lediglich der Umstand, dass er nicht gehört hat, wie sie ihn aus dem Schlafzimmer gerufen hat. "Ich hätte da hinten sogar unbemerkt überfallen werden können", sagte sie. "Wer soll dich denn da überfallen?", fragte ihr Mann und erhielt zur Antwort, dass er es ja sicher nicht sei. "Das ist ja schon lange vorbei", sagte sie, um noch einmal zu sticheln. Ebenso gelungen war eine Anspielung auf die Vergesslichkeit im Alter, als es um das Thema Doping ging. "Wir wollen ihnen beweisen, dass wir nicht gedopt sind und vergessen deshalb schon einmal den Text", sagte Kabarettist Dieter Jahnke trocken.

Engpässe bei der gesundheitlichen Versorgung griffen die "Schirmspitzen" mit einem Sketch auf, bei dem sich die fiktive Frau Leermund kein neues Gebiss leisten konnte, da die Krankenkasse nur einen kleinen Teil der Kosten getragen hätte. "Ich dachte, dass Ärzte und Krankenkassen den Menschen helfen sollen", meinte Christel Völker in der Rolle der Frau Leermund empört. Ihr Arzt, von Jahnke gespielt, antwortete: "Dieser Zahn wird Ihnen auch noch gezogen." Leider besaß der Wortwitz - um beim Thema zu bleiben - wenig Biss und steht stellvertretend für einige Pointen, die nicht so recht zündeten.

Insgesamt war das Programm aber gelungen. In den starken Momenten bescherte es den Besuchern genug Spitzen, um sie herzhaft zum Lachen zu bringen. Seit ihrer Gründung 2009 haben die "Schirmspitzen" etwa 50 Auftritte absolviert. Den laut applaudierenden Gästen nach werden es sicher noch einige mehr werden.

Quelle: RP
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