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Remscheid
Schlieper: " Archiv wird stiefmütterlich behandelt"

Remscheid: Schlieper: " Archiv wird stiefmütterlich behandelt"
Grünen-Fraktionssprecherin Beatrice Schlieper. FOTO: Nico Hertgen (Archiv)
Remscheid. Die Grünenpolitikerin fordert die Verwaltung auf, ein Konzept für die Zukunft des Stadtarchivs zu entwickeln. Von Christian Peiseler

Beatrice Schlieper, Fraktionsvorsitzende der Grünen im Rat, macht sich Sorgen um die Zukunft des Remscheider Stadtarchivs. Es gehört neben dem Deutschen Werkzeugmuseum und dem Haus Cleff als dritte Säule zum Historischen Zentrum auf dem Hasten. Doch auf der Tagesordnung der Kulturpolitik steht es nur sehr selten.

Es gibt ein Archivgesetz, das die Kommunen zu einem geordneten Umgang mit ihrer Vergangenheit verpflichtet. Ein Archiv ist so etwas wie das Gedächtnis der Stadt. "Die Arbeit im Stadtarchiv haben wir bisher immer nur stiefmütterlich behandelt", sagte Schlieper. Die Grünenpolitikerin hat bei ihren Besuchen vor Ort festgestellt, dass zum Beispiel von Digitalisierung von Dokumenten dort keine Rede sein kann. An Dr. Wallbrecht, Direktor des Historischen Zentrums, schickte sie einen Katalog an Fragen. Er soll in der nächsten Sitzung des Kulturausschusses unter anderem beantworten, wie es zum Beispiel um die Erforschung der für Remscheid prägenden Phasen steht, wie Archivgut den Bürgern zugänglich gemacht wird oder welche personellen Entwicklungen nötig sind. Fritz Beinersdorf, Fraktionsvorsitzender der Linken, kritisierte den schlechten Personalbestand. Das Archiv sei chronisch unterbesetzt und stütze sich auf die Arbeit von Ehrenamtlichen.

Schlieper fragte auch nach der Qualifizierung des Personals im Archiv und ob es Konzepte für entsprechende Weiterbildungen gebe. Kulturdezernent Christian Henkelmann bescheinigte den Mitarbeitern hingegen eine sehr gute Arbeit. "Bisher hat sich weder ein Gericht noch ein Rechtsanwalt bei uns beschwert, dass sie Unterlagen nicht rechtzeitig bekommen hätten", sagte Henkelmann. Bei Erbschaftsstreit oder Grundstücksfragen wird das Archiv häufig um Dokumente gebeten. Aus Sicht von Henkelmann bestehe kein Anlass, an der qualifizierten Arbeit des Archivs zu zweifeln. "Wir tun das, was uns an Möglichkeit zur Verfügung steht, um die gesetzlichen Aufgaben zu erfüllen", sagte Henkelmann. Auch der Kulturausschussvorsitzende Karl-Heinz Humpert bescheinigte dem Archiv gute Arbeit. Bei einer Anfrage zur Geschichte der CDU Remscheid sei er schnell und hervorragend informiert worden.

Quelle: RP
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