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Remscheid
Schloss Burg erstrahlt in neuem Licht

Remscheid: Schloss Burg erstrahlt in neuem Licht
FOTO: Köhlen Stephan
Remscheid. Der Bergfried von Schloss Burg wird in Kürze eingerüstet, damit die Sanierung des Turms beginnen kann. Ob er einen Aufzug erhält, wird bis Ende dieses Jahres geklärt. Von Uwe Vetter und Martin Oberpriller

Die ersten Bauarbeiten haben längst begonnen. Und es ist nur noch eine Frage von wenigen Monaten, bis die Besucher von Schloss Burg die Veränderungen an dem historischen Gemäuer auch wahrnehmen werden. "Ende dieses Jahres wird der Bergfried eingerüstet sein", sagt Bodo Middeldorf, Geschäftsführer der Bergischen Struktur- und Wirtschaftsförderungsgesellschaft (BSW).

Denn der Zeitplan zur Sanierung des in die Jahre gekommenen bergischen Wahrzeichens ist eng getaktet. Zwar haben sich die Verantwortlichen der BSW, die die Finanzierung des 32-Millionen-Euro-Projekts koordiniert hat, für den endgültigen Abschluss der Arbeiten die Jahre 2024/25 als Ziel gesetzt. Doch die erste Renovierungsphase soll bereits Ende kommenden Jahres beendet sein.

Mit bereits bewilligten Mitteln des Bundes und den Landes Nordrhein-Westfalen in Höhe von etwas mehr als vier Millionen Euro wird unter anderem der Bergfried instandgesetzt. Darüber hinaus sind aber auch noch weitere Maßnahmen zum Erhalt der Bausubstanz vorgesehen.

Schloss Burg soll auch ein neues Lichtkonzept bekommen. Gestern wurde in Solingen der Sieger eines Wettbewerbes bekannt gegeben. Platz eins belegte die Lichtinszenierung Maass-Lichtplanung aus Hamburg in Zusammenarbeit mit "Architekenstern" aus Laatzen bei Hannover. Beim Preisträger sticht weißes Licht beispielsweise beim Bergfried hervor, ein warmer Orangeton ist für die Wehrgänge vorgesehen. Die Innenhöfe werden von unten angeleuchtet, von außen wird Schloss Burg mit wenigen Strahlern ohne störende Masten angeleuchtet,

Die historische Anlage soll also in den kommenden Jahren in einem im wahrsten Wortsinn neuen Licht erstrahlen - wobei die Vorarbeiten für dieses Jahrhundert-Vorhaben ungefähr genauso viel Zeit in Anspruch nahmen, wie der Umbau selbst dauern wird. "Etwa sieben Jahre", betonen Annette Nothnagel und Bodo Middeldorf, seien nötig gewesen, ehe alle Fördermittel in den sprichwörtlich trockenen Tüchern gewesen seien. Die Prokuristin der BSW sowie ihr Chef haben das Projekt Schloss Burg schon in der damaligen Bergischen Entwicklungsagentur (BEA) initiiert und auch später nie locker gelassen: bei der Akquise der Fördermittel ebenso nicht wie bei der inhaltlichen Neuaufstellung der alten Gemäuer in dem kleinen Solinger Stadtteil.

Nun stemmt der Bund den Löwenanteil der erwähnten 32 Millionen Euro, die an Gesamtkosten für die Sanierung anfallen. Berlin stellt 15 Millionen Euro bereit und hat diesbezüglich zu Beginn dieses Sommers ein entsprechendes positives Signal gegeben. Die abschließende Bewilligung dieser Gelder steht zwar noch aus, doch bis Mitte 2017 ist auch diese Hürde genommen, sind sich Middeldorf und Nothnagel sicher. "Alle Details werden jetzt von Architekten geplant und in Plänen aufgenommen. Auch dies ist Teil der Fördermaßnahmen des Bundes", sagt Annette Nothnagel.

Indes sind andere Fragen, was die konkrete Umsetzung des Projekts angeht, einstweilen noch offen. Ob der Bergfried beispielsweise einen Aufzug erhält, damit auch Rollstuhlfahrer und gehbehinderte Menschen auf den Turm gelangen, ist bislang nicht entschieden. "Dies wird sehr gründlich betrachtet, es gibt noch keine abschließende Entscheidung", sagt Annette Nothnagel mit Blick auf den Denkmalschutz einerseits und die Barrierefreiheit andererseits. Bis Ende dieses Jahres werde es jedoch Klarheit geben, ob nun ein Aufzug kommt - oder aber nicht.

Ab 2018 steht dann unter anderem die Sanierung weiterer Teile der eigentlichen Schlossanlage auf dem Bauprogramm. Und darüber hinaus wird mit städtebaulichen Verschönerungen rund um Schloss Burg begonnen, während das ebenfalls in diesem Außenbereich liegende Besucherzentrum schon fertiggestellt wurde.

Ein wichtiger Punkt, soll Schloss Burg doch während der gesamten Umbauzeit für Gäste offenbleiben und auch weiter für Veranstaltungen zur Verfügung stehen. Allerdings ist allen Beteiligten klar, dass die Sanierung nicht ohne Einschränkungen geschultert werden kann. "So wird der Rittersaal beispielsweise geschlossen sein, wenn dort der Fußboden erneuert wird", sagt Annette Nothnagel.

Gleichwohl sind die Anstrengungen der öffentlichen Hand nur eine Seite eines weit umfassenderen Erneuerungsprogramms, mit dem Burg fit für die Zukunft gemacht werden soll. Denn genauso wichtig ist aus Sicht der BSW privates Engagement. Investitionen ins Schloss und von Privatleuten wie beispielsweise in Gastronomiebetriebe müssten Hand in Hand gehen, fordert Prokuristin Notnagel. Und auch Bodo Middeldorf sieht die Privaten in der Pflicht. "Investitionen allein ins Schloss und andererseits Weitermachen wie bisher - das geht nicht", betont der BSW-Geschäftsführer.

Schloss Burg, in dem seit 1894 das Bergische Museum untergebracht ist, ist ein Denkmal von nationaler Bedeutung. Letzteres ist Voraussetzung, um Bundesmittel zu bekommen. Aber auch der Landschaftsverband Rheinland hat dazu beigetragen, dass die Anlage für die Zukunft entwickelt wird. "Schloss und Ort müssen sich gemeinsam entwickeln", sagt Bodo Middeldorf und ergänzt: "Es fließt in den nächsten Jahren unheimlich viel Geld in diesen kleinen Ortsteil."

Quelle: RP
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